Trainiere die Stammbaumanalyse anhand realer Erbkrankheiten. Bearbeite jede Aufgabe zuerst selbst, bevor du die Lösung aufklappst.
Legende: □ = gesunder Mann ■ = betroffener Mann ○ = gesunde Frau ● = betroffene Frau
Ein klassischer Stammbaum mit Generationssprung – das Merkmal überspringt eine Generation.

Aufgaben:
Lösung:
Erbgang: Autosomal-rezessiv
Begründung: Generationssprung → rezessiv. Beide Geschlechter betroffen → autosomal.
| Kreuzung: Aa × Aa | A | a |
|---|---|---|
| A | AA | Aa |
| a | Aa | aa |
Ergebnis: 25 % AA (gesund), 50 % Aa (gesund, Konduktor), 25 % aa (betroffen)

Morbus Wilson ist eine Kupferspeicherkrankheit (Chromosom 13). Kupfer kann nicht richtig ausgeschieden werden und lagert sich in Leber und Gehirn ab.

Aufgaben:
Lösung:
Erbgang: Autosomal-rezessiv
Begründung: Gesunde Eltern haben betroffene Kinder → rezessiv. Beide Geschlechter betroffen → autosomal.
| Kreuzung: Aa × Aa | A | a |
|---|---|---|
| A | AA | Aa |
| a | Aa | aa |
Ergebnis: 25 % Wahrscheinlichkeit für betroffene Kinder, wenn beide Eltern Konduktoren (Aa) sind.

Ichthyosis verursacht stark schuppige Haut. Der Erbgang ist X-chromosomal-rezessiv – hauptsächlich Männer sind betroffen.

Aufgaben:
Lösung:
Erbgang: X-chromosomal-rezessiv
Begründung: Nur Männer betroffen → X-chromosomal. Gesunde Mutter hat betroffene Söhne → rezessiv. Mutter ist Konduktorin: XAXa
| XAXa × XAY | XA | Y |
|---|---|---|
| XA | XAXA | XAY |
| Xa | XAXa | XaY |
Töchter: 50 % gesund (XAXA), 50 % Konduktorin (XAXa) – keine betroffen
Söhne: 50 % gesund (XAY), 50 % betroffen (XaY)
Galaktosämie ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der Galaktose nicht abgebaut werden kann. Ohne Diät kommt es zu schweren Organschäden.

Aufgaben:
Lösung:
Erbgang: Autosomal-rezessiv
Begründung: Gesunde Eltern, betroffene Kinder → rezessiv. Beide Geschlechter betroffen → autosomal.
| Kreuzung: Aa × Aa | A | a |
|---|---|---|
| A | AA | Aa |
| a | Aa | aa |
Ergebnis: 25 % AA, 50 % Aa (Konduktor), 25 % aa (betroffen)

Brachydaktylie (Kurzfingrigkeit) ist eine Skelettfehlbildung mit verkürzten Fingern und Zehen.

Aufgaben:
Lösung:
Erbgang: Autosomal-dominant
Begründung: Kein Generationssprung – in jeder Generation treten Betroffene auf → dominant. Beide Geschlechter betroffen → autosomal.
| Kreuzung: Bb × bb | b | b |
|---|---|---|
| B | Bb | Bb |
| b | bb | bb |
Ergebnis: 50 % Bb (betroffen), 50 % bb (gesund)

Hämophilie A (Bluterkrankheit) ist eine X-chromosomal-rezessive Störung der Blutgerinnung.
Stammbaum:
Generation I: Gesunder Vater (XHY) × Konduktorin (XHXh)
Generation II: Tochter 1 gesund • Tochter 2 gesund • Sohn 1 betroffen (Bluter) • Sohn 2 gesund
Aufgaben:
Lösung:
Erbgang: X-chromosomal-rezessiv
Begründung: Nur Söhne betroffen, Mutter ist Konduktorin → X-chromosomal-rezessiv.
Genotypen: Vater: XHY • Mutter: XHXh • Betroffener Sohn: XhY
| XHXh × XHY | XH | Y |
|---|---|---|
| XH | XHXH | XHY |
| Xh | XHXh | XhY |
Wahrscheinlichkeit betroffener Sohn: 25 % aller Kinder (50 % der Söhne)
Das ABO-Blutgruppensystem zeigt kodominante Vererbung (IA und IB) mit rezessivem Allel i.
Familie:
Vater: Blutgruppe A • Mutter: Blutgruppe B
Kind 1: Blutgruppe AB • Kind 2: Blutgruppe 0
Aufgaben:
Lösung:
Genotypen: Kind mit Blutgruppe 0 (ii) → beide Eltern müssen i-Allel tragen.
Vater: IAi • Mutter: IBi
| IAi × IBi | IB | i |
|---|---|---|
| IA | IAIB | IAi |
| i | IBi | ii |
Ergebnis: 25 % AB (IAIB), 25 % A (IAi), 25 % B (IBi), 25 % 0 (ii)
Diese Aufgabe erfordert das vollständige Ausschlussverfahren – alle vier Erbgänge müssen systematisch geprüft werden.
Stammbaum:
Generation I: Betroffener Vater × gesunde Mutter
Generation II: Tochter 1 betroffen • Sohn 1 gesund • Tochter 2 gesund
Generation III: (Tochter 2 × gesunder Mann) → Sohn betroffen • Tochter gesund
Aufgaben:
Lösung – Ausschlussverfahren:
1. Autosomal-rezessiv? Betroffener Vater (aa) × gesunde Mutter → betroffene Tochter 1 möglich (Mutter = Aa). Aber: Generation III – Tochter 2 (gesund) muss Aa sein, Mann gesund → betroffener Sohn möglich. → Nicht ausgeschlossen.
2. Autosomal-dominant? Betroffener Vater × gesunde Mutter → gesunde Kinder möglich. Generation III: Tochter 2 ist gesund (bb), aber hat betroffenen Sohn → Widerspruch! Gesunde Mutter (bb) kann kein dominantes Allel weitergeben. → Ausgeschlossen.
3. X-chromosomal-rezessiv? Betroffener Vater (XaY) → alle Töchter erhalten Xa. Gesunde Mutter (XAXA oder XAXa). Tochter 1 betroffen → Mutter muss XAXa sein, Tochter 1 = XaXa. Sohn 1 gesund (XAY) – möglich. → Nicht ausgeschlossen.
4. X-chromosomal-dominant? Betroffener Vater (XAY) → alle Töchter erhalten XA → alle Töchter müssten betroffen sein. Tochter 2 ist gesund → Widerspruch! → Ausgeschlossen.
Ergebnis: Autosomal-rezessiv oder X-chromosomal-rezessiv möglich. Beide Erbgänge können den Stammbaum erklären.
| Falls autosomal-rezessiv: Aa × Aa | A | a |
|---|---|---|
| A | AA | Aa |
| a | Aa | aa |
Wahrscheinlichkeit Gen. III (autosomal-rezessiv): Tochter 2 = Aa (sicher, da Vater aa). Mann gesund → AA oder Aa. Falls Aa × Aa: 25 % betroffene Kinder.
Schritt 1: Dominant oder rezessiv?
→ Generationssprung vorhanden? → Rezessiv
→ Zwei betroffene Eltern, gesundes Kind? → Nicht rezessiv
Schritt 2: Autosomal oder X-chromosomal?
→ Hauptsächlich Männer betroffen? → X-chromosomal-rezessiv
→ Betroffener Vater → alle Töchter betroffen? → X-chromosomal-dominant
Abitur-Tipp: Beginne IMMER mit dem Ausschlussverfahren. Prüfe zuerst auf dominant/rezessiv, dann auf autosomal/X-chromosomal. Schreibe Genotypen systematisch an jeden Stammbaum.