Ein Puffer (auch: Pufferlösung) ist eine Lösung, die ihren pH-Wert bei Zugabe moderater Mengen einer Säure oder Base weitgehend konstant hält. Puffer bestehen stets aus:
Funktionsweise: Wird Säure (H+) zugegeben, reagiert die konjugierte Base damit: A− + H+ → HA. Wird Base (OH−) zugegeben, reagiert die schwache Säure: HA + OH− → A− + H2O. In beiden Fällen ändert sich das Verhältnis c(A−)/c(HA) nur wenig, solange die Pufferkapazität nicht überschritten wird.
Die Henderson-Hasselbalch-Gleichung ermöglicht die einfache Berechnung des pH-Werts einer Pufferlösung.
Ausgangspunkt ist das Massenwirkungsgesetz (MWG) für die Dissoziation einer schwachen Säure:
HA ⇌ H+ + A−
KS = (c(H+) · c(A−)) / c(HA)
Schritt 1: Umstellen nach c(H+):
c(H+) = KS · c(HA) / c(A−)
Schritt 2: Logarithmieren (negativer dekadischer Logarithmus):
−lg(c(H+)) = −lg(KS) − lg(c(HA) / c(A−))
Schritt 3: Definition anwenden: pH = −lg(c(H+)) und pKS = −lg(KS):
pH = pKS + lg(c(A−) / c(HA))
Dies ist die Henderson-Hasselbalch-Gleichung. Sie wird auch in folgender Form geschrieben:
pH = pKS + lg(c(Base) / c(Säure))
Die Henderson-Hasselbalch-Gleichung liefert wichtige Einsichten:
Beispiel 1: Acetatpuffer
Gegeben: c(Essigsäure, CH3COOH) = 0,2 mol/L; c(Natriumacetat, CH3COONa) = 0,3 mol/L; pKS(Essigsäure) = 4,75.
pH = pKS + lg(c(A−) / c(HA)) = 4,75 + lg(0,3 / 0,2) = 4,75 + lg(1,5) = 4,75 + 0,18 = 4,93
Beispiel 2: Phosphatpuffer
Gegeben: c(H2PO4−) = 0,1 mol/L; c(HPO42−) = 0,1 mol/L; pKS2(Phosphorsäure) = 7,21.
pH = 7,21 + lg(0,1 / 0,1) = 7,21 + lg(1) = 7,21 + 0 = 7,21
(Gleiche Konzentrationen → pH = pKS)
Aufgabe 1: Ein Puffer besteht aus 0,15 mol/L Ammoniak (NH3) und 0,25 mol/L Ammoniumchlorid (NH4Cl). pKS(NH4+) = 9,25. Berechne den pH-Wert.
Lösung: Die Säure ist NH4+, die Base ist NH3.
pH = 9,25 + lg(0,15 / 0,25) = 9,25 + lg(0,6) = 9,25 + (−0,22) = 9,03
Aufgabe 2: Welches Verhältnis c(A−)/c(HA) muss eingestellt werden, um mit Essigsäure (pKS = 4,75) einen Puffer mit pH = 5,25 herzustellen?
Lösung: 5,25 = 4,75 + lg(c(A−)/c(HA))
lg(c(A−)/c(HA)) = 0,50
c(A−)/c(HA) = 100,50 = 3,16 : 1
Aufgabe 3: Zu 500 mL des Acetatpuffers aus Beispiel 1 (pH = 4,93) werden 10 mL HCl (c = 1 mol/L) gegeben. Berechne den neuen pH-Wert.
Lösung: Stoffmengen vor Zugabe: n(A−) = 0,3 · 0,5 = 0,15 mol; n(HA) = 0,2 · 0,5 = 0,10 mol.
Zugabe: n(HCl) = 1 · 0,01 = 0,01 mol.
Reaktion: A− + H+ → HA. Also: n(A−)neu = 0,15 − 0,01 = 0,14 mol; n(HA)neu = 0,10 + 0,01 = 0,11 mol.
Neues Gesamtvolumen: 0,51 L (beeinflusst pH hier kaum, da nur Verhältnis zählt).
pH = 4,75 + lg(0,14 / 0,11) = 4,75 + lg(1,27) = 4,75 + 0,10 = 4,85
(Der pH sank nur von 4,93 auf 4,85 – die Pufferwirkung ist deutlich erkennbar.)
Abitur-Tipp: Die Henderson-Hasselbalch-Gleichung ist eine der wichtigsten Formeln im Chemieabitur. Übe das Einsetzen in verschiedenen Varianten: pH berechnen, pKS bestimmen, Stoffmengenverhältnis berechnen. Achte darauf, dass du Base und Säure nicht verwechselst – im Zähler steht immer die konjugierte Base, im Nenner die schwache Säure. Bei Aufgaben mit Zugabe von Säure/Base: Zuerst die Stöchiometrie (Reaktion berechnen), dann Henderson-Hasselbalch anwenden.