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Materiewellen und de Broglie

De-Broglie-Hypothese

Louis de Broglie postulierte 1924, daß nicht nur Licht, sondern auch jedes Teilchen Welleneigenschaften besitzt. Einem Teilchen mit Impuls \( p \) wird eine Wellenlänge zugeordnet:

\[ \lambda = \frac{h}{p} \]

Für ein nichtrelativistisches Teilchen ist \( p = m\,v \), also \( \lambda = h/(m v) \).

Wellenlänge beschleunigter Elektronen

Werden Elektronen durch die Spannung \( U \) beschleunigt, gilt \( eU = \tfrac{1}{2} m v^2 \), also \( v = \sqrt{2eU/m} \) und damit:

\[ \lambda = \frac{h}{m\,v} = \frac{h}{\sqrt{2\,m\,e\,U}} \]

Bei \( U = 100\,\text{V} \) ergibt das \( \lambda \approx 0{,}123\,\text{nm} \) – vergleichbar mit Atomabständen in Festkörpern.

Experimenteller Nachweis

Davisson und Germer (1927) sowie George Thomson zeigten experimentell die Beugung von Elektronen an Kristallgittern. Das Ergebnis: Elektronen erzeugen Beugungsringe wie Röntgenstrahlen – ein direkter Beweis ihrer Wellennatur. Heute beobachtet man Materiewellen sogar mit Atomen und großen Molekülen.

Berechnungsbeispiel

Bei \( U = 4{,}0\,\text{kV} \) wird ein Elektron beschleunigt:

\[ \lambda = \frac{6{,}626\cdot 10^{-34}}{\sqrt{2\cdot 9{,}11\cdot 10^{-31}\cdot 1{,}6\cdot 10^{-19}\cdot 4000}}\,\text{m} \approx 1{,}94\cdot 10^{-11}\,\text{m} \]

Das ist kürzer als die meisten Röntgenwellenlängen – daher ermöglicht ein Elektronenmikroskop deutlich höhere Auflösungen als ein Lichtmikroskop.

Anwendungen und Häufige Fehler

Elektronenmikroskope, Neutronenstreuung in der Festkörperphysik, Atominterferometrie. Fehler: Bei makroskopischen Körpern sind die Wellenlängen so klein (\( 10^{-30}\,\text{m} \)), daß Welleneigenschaften unbeobachtbar sind – sie „existieren“ aber im Prinzip.

Zusammenfassung: \( \lambda = h/p \) verknüpft Teilchenimpuls mit Wellenlänge. Beschleunigte Elektronen: \( \lambda = h/\sqrt{2meU} \).

Abitur-Tipp: Die Formel \( \lambda = h/\sqrt{2meU} \) wird im Abi häufig für Elektronen-Beugungsversuche genutzt. Achte auf SI-Einheiten!