Das Entity-Relationship-Modell (ER-Modell, Peter Chen, 1976) ist eine grafische Notation zur Modellierung von Datenbanken. Es beschreibt die fachliche Sicht eines Anwendungsbereichs unabhängig vom späteren technischen System. Aus dem ER-Modell wird in einem zweiten Schritt das relationale Datenbankschema abgeleitet.
Das ER-Modell kennt drei Bausteine:
Die Kardinalität einer Beziehung gibt an, wie viele Entitäten der einen Seite mit wie vielen Entitäten der anderen Seite in Beziehung stehen können:
Statt 1, n, m wird auch die (min, max)-Notation verwendet, z. B. (1,1) oder (0,*).
Modellierung: SCHÜLER (SID, Name, Geburtsdatum), KURS (KID, Titel, Lehrer), beide verbunden durch die Beziehung besucht mit Kardinalität n:m und dem Attribut Note.
[ SCHÜLER ] ----< besucht >---- [ KURS ]
( SID ) ( KID )
( Name ) ( Titel )
( Geburt ) ( Lehrer )
( Note )
Die n:m-Beziehung wird später in eine Verbindungstabelle aufgelöst: besucht(SID, KID, Note) mit dem zusammengesetzten Schlüssel (SID, KID).
Eine schwache Entität kann ohne ihre übergeordnete Entität nicht existieren (z. B. eine Position einer Bestellung). Die Spezialisierung ähnelt der OOP-Vererbung: STUDENT und MITARBEITER sind Spezialisierungen von PERSON.
Attribute werden fälschlich als eigene Entitäten modelliert, Kardinalitäten sind seitenverkehrt eingetragen, Schlüsselattribute werden vergessen oder n:m-Beziehungen werden im fertigen Schema nicht in eine Hilfstabelle überführt.
Zusammenfassung: Das ER-Modell beschreibt Entitätstypen, ihre Attribute und Beziehungen mit Kardinalitäten als Vorstufe zum relationalen Schema.
Abitur-Tipp: Stelle die Kardinalitäten immer in beide Richtungen und mit konkreten Beispielsätzen sicher („Ein Kunde kann mehrere Bestellungen haben“).