Die frühe Kirche brachte ihren Glauben an Jesus mit verschiedenen Hoheitstiteln zum Ausdruck:
Das Konzil von Nikäa (325 n.Chr.) reagierte auf die Lehre des Arius, der behauptete: Christus sei geschaffen und dem Vater untergeordnet. Das Konzil formulierte das Nikänische Glaubensbekenntnis:
Kernformel: Jesus Christus ist „Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater“ (griech. homoousios = wesensgleich).
Damit wurde verbindlich festgelegt: Jesus ist wahrer Gott – nicht ein geringeres göttliches Wesen.
Das Konzil von Chalcedon (451 n.Chr.) klärte das Verhältnis von göttlicher und menschlicher Natur in Christus. Die Zwei-Naturen-Lehre:
Jesus Christus ist „wahrer Gott und wahrer Mensch“, in zwei Naturen unvermischt, unverändert, ungetrennt und ungesondert. Keine Natur wird durch die Verbindung aufgehoben.
Bedeutung: Gegen Nestorianismus (Trennung der Naturen) und Monophysitismus (nur eine Natur). Die Formel sichert: Jesus ist ganz Gott (Erlösung möglich) und ganz Mensch (solidarisch mit uns). Gott als barmherziger Richter vereint Gerechtigkeit und Barmherzigkeit – das Gericht geschieht in Liebe.
Abitur-Tipp: Die Formeln von Nikäa (homoousios) und Chalcedon (zwei Naturen, vier Negationen) sind Pflichtthemen. Lerne sie präzise und zeige, gegen welche Irrlehren sie formuliert wurden.