Die Bergpredigt (Mt 5-7) ist die ethische Programmrede Jesu. Sie beginnt mit den Seligpreisungen (Mt 5,3-12): „Selig die Armen im Geist, selig die Trauernden, selig die Sanftmütigen...“
Zentrale ethische Weisungen:
Die Beispielerzählung vom barmherzigen Samariter beantwortet die Frage: „Wer ist mein Nächster?“
Ein Mann wird überfallen. Ein Priester und ein Levit gehen vorüber. Ausgerechnet ein Samariter (von den Juden verachtet) hilft dem Verletzten. Jesus fragt: „Wer von den dreien ist dem der Nächste geworden?“
Theologische Pointe:
In der Rede vom Weltgericht identifiziert sich Jesus mit den Geringsten: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“
Das Kriterium des Gerichts ist nicht Dogmatik, sondern konkretes Handeln: Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde aufnehmen, Nackte kleiden, Kranke und Gefangene besuchen. Orthopraxi (rechtes Handeln) vor Orthodoxie (rechtem Glauben).
In seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium („Freude des Evangeliums“) formuliert Papst Franziskus eine Sozialethik der Barmherzigkeit:
Abitur-Tipp: Bergpredigt, Samariter und Mt 25 bilden eine Trias der neutestamentlichen Ethik. Verbinde sie mit Evangelii Gaudium, um zu zeigen, wie diese Texte heute aktüll sind.