Die Franco-Diktatur – La dictadura franquista (1939–1975)
Grundzüge des Franquismus
Francisco Franco (1892–1975) regierte Spanien als Caudillo („Führer“) über 36 Jahre lang. Seine Diktatur war eine der längsten in Europa im 20. Jahrhundert.
Vocabulario:
- la dictadura – die Diktatur
- la represión – die Repression/Unterdrückung
- la censura – die Zensur
- el exilio – das Exil
- los desaparecidos – die Verschwundenen
- el silencio – das Schweigen
Merkmale des Franquismus:
- Autoritäres Regime: Keine demokratischen Wahlen, keine Parteien (außer dem Movimiento Nacional), keine Gewaltenteilung
- Nacional-Catolicismo: Enge Verbindung von Staat und katholischer Kirche. Die Kirche legitimierte das Regime, das Regime stärkte die Kirche.
- Zentralismus: Verbot regionaler Sprachen (Katalanisch, Baskisch, Galicisch) und kultureller Eigenständigkeiten. „¡Habla cristiano!“ (Sprich Christlich = Kastilisch!)
- Militär: Das Militär als zentrale Stütze des Regimes
Francisco Franco
General Franco regierte Spanien als Diktator von 1939 bis 1975.
Repression und Terror
Der Franquismus war von systematischer Unterdrückung geprägt:
- Nachkriegsrepression: Massenhinrichtungen, Konzentrationslager, Zwangsarbeit. Geschätzt 100.000–200.000 Opfer der franquistischen Repression nach dem Bürgerkrieg.
- Ley de Responsabilidades Políticas (1939): Rückwirkende Bestrafung aller, die die Republik unterstützt hatten
- Niños robados („gestohlene Kinder“): Kinder republikanischer Familien wurden ihren Eltern entrissen und an regimetreue Familien gegeben
- Zensur: Totale Kontrolle von Presse, Literatur, Film, Rundfunk. Erst ab 1966 (Ley Fraga) leichte Lockerung.
- Geheimpolizei: Brig ada Político-Social überwachte die Bevölkerung
Exil und innerer Widerstand
Exil (el exilio):
- Ca. 500.000 Spanier flohen ins Exil, vor allem nach Frankreich, Mexiko und Argentinien
- Intellektülle, Künstler, Politiker: Antonio Machado (starb im französischen Exil), Pablo Picasso, Luis Buñuel, Rafael Alberti
- Viele kehrten nie zurück
Innerer Widerstand (la resistencia interior):
- Maquis: Guerillakämpfer in den Bergen, aktiv bis in die 1950er Jahre
- Studentenbewegung: Ab den 1960er Jahren zunehmende Proteste an Universitäten
- Arbeiterbewegung: Illegale Gewerkschaft Comisiones Obreras (CCOO)
- Regionaler Widerstand: ETA (baskisch) und andere Gruppen
Spätfranquismus und Ende
Entwicklung ab den 1960er Jahren:
- Wirtschaftswunder (el milagro económico): Wirtschaftsliberalisierung, Tourismus-Boom, Industrialisierung. Steigende Lebensstandards bei gleichbleibender politischer Repression.
- Opus Dei: Technokraten der katholischen Organisation modernisierten die Wirtschaft
- 20. November 1975: Franco stirbt. Spanien steht vor der Frage: Wie weiter?
Abitur-Tipp: Die Franco-Diktatur ist unverzichtbar für Q2. Achte besonders auf: Zensur (censura), Schweigen (silencio), Angst (miedo) und Exil (exilio). In „La lengua de las mariposas“ wird gezeigt, wie der beginnende Faschismus Beziehungen zerstört und Menschen zum Schweigen und Verrat zwingt.