Röntgenstrahlung entsteht, wenn schnelle Elektronen auf ein Metalltarget (Anode) treffen. Es gibt zwei Arten:
1. Bremsstrahlung (kontinuierliches Spektrum):
\( e \cdot U = h \cdot f_{\max} = \frac{h \cdot c}{\lambda_{\min}} \quad \Rightarrow \quad \lambda_{\min} = \frac{h \cdot c}{e \cdot U} \)
Aus \( \lambda_{\min} \) kann das Plancksche Wirkungsquantum \( h \) bestimmt werden (Duane-Hunt-Gesetz).
2. Charakteristische Strahlung (Linienspektrum):
Bezeichnungen:
| Übergang | Bezeichnung | Energie |
|---|---|---|
| L → K | \( K_\alpha \) | niedrigste K-Linienenergie |
| M → K | \( K_\beta \) | höhere K-Linienenergie |
| M → L | \( L_\alpha \) | L-Linie |
Die K-Linien haben die höchste Energie (kürzeste Wellenlänge), da die K-Schale die innerste Schale ist.
Henry Moseley (1913) entdeckte einen systematischen Zusammenhang zwischen der Frequenz der charakteristischen Röntgenstrahlung und der Ordnungszahl \( Z \) des Elements:
\( \sqrt{f} = a \cdot (Z - \sigma) \)
Dabei ist:
Für die \( K_\alpha \)-Linie gilt \( \sigma \approx 1 \) und:
\( f = R_\infty \cdot c \cdot (Z - 1)^2 \cdot \left(\frac{1}{1^2} - \frac{1}{2^2}\right) = \frac{3}{4} \cdot R_\infty \cdot c \cdot (Z-1)^2 \)
Bedeutung:
Materialanalyse: Die charakteristische Röntgenstrahlung ermöglicht die Elementanalyse von Proben:
Medizin: Röntgenstrahlung wird für diagnostische Bildgebung (Röntgenaufnahmen, CT) und für die Strahlentherapie eingesetzt.
Abitur-Tipp: Unterscheide immer klar zwischen Bremsstrahlung (kontinuierlich, \( \lambda_{\min} \)-Grenze) und charakteristischer Strahlung (diskrete Linien, elementspezifisch). Das Duane-Hunt-Gesetz zur \( h \)-Bestimmung ist eine klassische Abituraufgabe.