Logo, Erscheinungsbild, visülle Identität
Unter Corporate Design (CD) versteht man das einheitliche visülle Erscheinungsbild eines Unternehmens, einer Institution oder einer Marke. Es umfasst alle gestalterischen Elemente, die dafür sorgen, dass ein Unternehmen auf allen Kommunikationskanälen wiedererkennbar und konsistent auftritt. Das Corporate Design ist Teil der übergeordneten Corporate Identity (CI), die auch das Verhalten (Corporate Behaviour) und die Kommunikation (Corporate Communication) einschließt.
Das Logo ist das zentrale Erkennungszeichen einer Marke. Es gibt verschiedene Logotypen:
Qualitätskriterien eines guten Logos: Einprägsamkeit, Reduzierung, Skalierbarkeit (funktioniert in jeder Größe), Zeitlosigkeit, Unterscheidbarkeit, Reproduzierbarkeit (auch in Schwarz-Weiß).
Die Farbwahl ist entscheidend für die Wiedererkennung und Farbpsychologie: Blau signalisiert Vertrauen und Seriosität (Banken, Versicherungen), Rot Energie und Leidenschaft (Coca-Cola, Netflix), Grün Natur und Nachhaltigkeit (Starbucks, Bio-Marken). Die Farben werden in einem Styleguide exakt definiert (Pantone, CMYK, RGB, HEX).
Eine einheitliche Schriftfamilie prägt den Charakter aller Texte – von der Visitenkarte bis zur Website. Große Unternehmen lassen eigene Corporate Fonts entwickeln (z. B. „Deutsche Bahn Sans“, „BMW Type“). Die Wahl zwischen Serifenschrift (traditionell, seriös) und serifenloser Schrift (modern, klar) ist eine bewusste Gestaltungsentscheidung.
Ein konsistenter fotografischer oder illustrativer Stil: Farbstimmung, Lichtführung, Perspektive, Motivwahl. Die Bildsprache transportiert Werte und Emotionen der Marke.
Ein einheitliches Gestaltungsraster sorgt für die konsistente Anordnung von Text, Bild und Weißraum auf allen Medien. Das Rastersystem geht auf die Schweizer Grafik der 1950er-Jahre zurück (Josef Müller-Brockmann).
Schon im Mittelalter nutzten Handwerker Zunftzeichen und Meistermarken zur Kennzeichnung ihrer Produkte. Druckermarken (z. B. Aldus Manutius) gelten als frühe Logos.
Peter Behrens gestaltete für die Allgemeine Electricitäts-Gesellschaft (AEG) erstmals ein umfassendes Erscheinungsbild: Logo, Schrifttype, Produktdesign, Architektur (AEG-Turbinenhalle) und Werbematerial – das erste Corporate Design im modernen Sinne.
In den 1950er–70er-Jahren entstanden prägende Corporate-Design-Systeme: Otl Aicher gestaltete das Erscheinungsbild der Olympischen Spiele München 1972 (Piktogramme, Farbsystem, Raster) und das CD der Lufthansa. Die gestalterischen Prinzipien – Klarheit, Systematik, Reduktion – gelten bis heute als vorbildlich.
Bei der Analyse eines Erscheinungsbildes im Kunstunterricht sind relevant: