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Verkehr und Mobilität

Modal Split und Verkehrsträger

Der Modal Split beschreibt die Verteilung des Verkehrsaufkommens auf die verschiedenen Verkehrsträger: Motorisierter Individualverkehr (MIV, also Pkw), öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Radverkehr und Fußverkehr. In Deutschland entfallen im Personenverkehr rund 57 % der Wege auf den MIV, 10 % auf den ÖPNV, 11 % auf das Fahrrad und 22 % auf Fußwege.

Im Güterverkehr dominiert der Lkw mit über 70 % der Transportleistung, die Schiene liegt bei ca. 19 % und die Binnenschifffahrt bei rund 6 %. Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil der Schiene am Güterverkehr bis 2030 auf 25 % zu erhöhen.

Der Modal Split variiert stark je nach Siedlungsstruktur: In Großstädten wie Berlin oder München liegt der ÖPNV-Anteil bei 25–30 %, im ländlichen Raum dagegen oft unter 5 %. Kopenhagen erreicht einen Radverkehrsanteil von über 30 % – Vorbild für die Fahrradstadt.

Nachhaltige Verkehrsplanung

Nachhaltige Verkehrsplanung verfolgt das Prinzip: Vermeiden – Verlagern – Verbessern:

Vermeiden: Verkehr erst gar nicht entstehen lassen durch Stadt der kurzen Wege (Nutzungsmischung: Wohnen, Arbeiten und Versorgung im selben Quartier), Homeoffice und Digitalisierung.
Verlagern: Verkehr vom MIV auf umweltfreundlichere Verkehrsträger verlagern (ÖPNV, Rad, Fuß). Maßnahmen: Ausbau von Radwegen, Park-and-Ride-Anlagen, attraktive Taktung des ÖPNV.
Verbessern: Verbleibenden motorisierten Verkehr effizienter und sauberer gestalten: E-Mobilität, Wasserstoff-Lkw, effizientere Motoren, Carsharing.

Das Deutschlandticket (49-Euro-Ticket, seit 2023) ist ein Beispiel für die Verlagerungsstrategie: Ein günstiges Flatrate-Ticket für den gesamten ÖPNV in Deutschland soll den Umstieg vom Auto erleichtern.

Verkehrswende und Elektromobilität

Die Verkehrswende umfasst den systemischen Umbau des gesamten Verkehrssektors. Der Verkehr ist in Deutschland für rund 20 % der CO₂-Emissionen verantwortlich – und der einzige Sektor, dessen Emissionen seit 1990 nicht gesunken sind.

Zentrale Elemente der Verkehrswende:

Elektromobilität: Ziel der EU: Ab 2035 keine neuen Verbrenner-Pkw. 2023 waren ca. 18 % der Neuzulassungen in Deutschland rein elektrisch.
Ausbau der Ladeinfrastruktur: Ziel: 1 Million Ladepunkte bis 2030 (Stand 2023: ca. 100.000).
Schienenausbau: Der Deutschlandtakt soll ab 2030 einen integrierten Taktfahrplan für den gesamten Fern- und Nahverkehr schaffen.
Radverkehrsinfrastruktur: Radschnellwege, gesicherte Abstellanlagen, Fahrradstraßen.

Verkehr im ländlichen Raum

Im ländlichen Raum stellt die Mobilitätssicherung eine besondere Herausforderung dar. Dünne Besiedlung macht einen wirtschaftlichen ÖPNV-Betrieb schwierig. Lösungsansätze:

On-Demand-Verkehr (Rufbusse): Kleinbusse fahren flexible Routen nach Bedarf (z. B. „Mobilfalt“ in Nordhessen).
Bürgerbusse: Ehrenamtlich betriebene Buslinien für Grundversorgung.
Mitfahrbänke: An Sammelstellen können Wartende von vorbeifahrenden Autos mitgenommen werden.
Autonomes Fahren: Könnte langfristig flexible, fahrerlose Shuttles im ländlichen Raum ermöglichen.

Zusammenfassung:

• Modal Split: Deutschland ~57 % MIV, 10 % ÖPNV, 11 % Rad, 22 % Fuß
• Nachhaltige Verkehrsplanung: Vermeiden – Verlagern – Verbessern
• Deutschlandticket und E-Mobilität als zentrale Maßnahmen
• Ländlicher Raum: On-Demand, Bürgerbusse, autonomes Fahren als Lösungen

Abitur-Tipp: Modal-Split-Diagramme sind häufiges Klausurmaterial. Übe das Auswerten und Vergleichen von Modal-Split-Daten verschiedener Städte oder Länder und erkläre die Unterschiede mit Siedlungsstruktur und Verkehrspolitik.