Die menschlichen Singstimmen werden nach Tonhöhe und Geschlecht in sechs Hauptkategorien eingeteilt. Bei den Frauenstimmen unterscheidet man Sopran (höchste Stimme, ca. c’ bis a’’), Mezzosopran (mittlere Frauenstimme) und Alt (tiefste Frauenstimme, ca. f bis e’’). Bei den Männerstimmen unterscheidet man Tenor (höchste Männerstimme, ca. c bis a’), Bariton (mittlere Männerstimme) und Bass (tiefste Männerstimme, ca. E bis e’).
Innerhalb dieser Kategorien gibt es weitere Differenzierungen wie Koloratursopran, lyrischer Tenor, Heldentenor, Bassbariton und Basso profondo. Im Chor werden die Stimmen meist auf vier Stimmgruppen reduziert: Sopran, Alt, Tenor, Bass (SATB).
Die Streicher sind die zahlenmäßig größte Gruppe im Sinfonieorchester. Sie bilden den Klangkörper, auf dem sich alle anderen Gruppen aufbauen. Zur Streichergruppe gehören:
• 1. Violinen (höchste Stimme, oft Melodieträger)
• 2. Violinen (Begleitung, Mittelstimme)
• Violen / Bratschen (Altstimme)
• Violoncelli (Tenor- und Bassstimme)
• Kontrabässe (tiefster Bass)
Ein großes romantisches Orchester zählt etwa 16 erste Violinen, 14 zweite, 12 Bratschen, 10 Celli und 8 Kontrabässe. Die Spielweisen reichen von arco (mit dem Bogen) über pizzicato (gezupft) bis zu col legno (mit dem Holz des Bogens).
Die Holzbläser sind eine bunte Gruppe mit sehr unterschiedlichen Klangfarben. Trotz ihres Namens sind nicht alle aus Holz: Die Querflöte ist heute aus Metall, klanglich aber zur Holzbläserfamilie zählend.
• Querflöte (höchste Stimme, leicht und beweglich), oft mit Piccoloflöte
• Oboe (Doppelrohrblatt, näselnd, oft Melodieträger)
• Klarinette (Einzelrohrblatt, großer Tonumfang, samtig)
• Fagott (Doppelrohrblatt, Bass der Holzbläser, charakteristisch näselnd)
In der Wiener Klassik (Haydn, Mozart, Beethoven) sind die Holzbläser meist paarweise besetzt (je zwei Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotte).
Die Blechbläser erzeugen ihren Ton durch das Schwingen der Lippen am Mundstück. Sie haben einen kräftigen, glanzvollen Klang und werden oft für feierliche, kriegerische oder triumphale Momente eingesetzt:
• Horn (rund, weich, vermittelnd zwischen Holz und Blech)
• Trompete (hell, durchdringend)
• Posaune (Zugmechanik, voll, getragen)
• Tuba (Bass des Blechs, ab dem 19. Jahrhundert)
Das Schlagzeug umfasst in der Klassik vor allem die Pauken (zwei oder mehr, abgestimmt auf Tonika und Dominante). In der Romantik kommen Triangel, Becken, Große Trommel, Glockenspiel, Xylophon und vieles mehr hinzu. Beethoven erweiterte die Schlagzeugbesetzung erstmals deutlich in seiner 9. Sinfonie op. 125 (1824).
Die Sitzordnung eines Sinfonieorchesters folgt einer halbkreisförmigen Anordnung um den Dirigenten. Vorne sitzen die Streicher (links die ersten Violinen, daneben die zweiten oder die Celli), dahinter die Holzbläser, dann die Blechbläser und ganz hinten das Schlagwerk.
Es gibt zwei Hauptanordnungen: die amerikanische Sitzordnung (1. und 2. Violinen links nebeneinander) und die ältere deutsche Sitzordnung (1. Violinen links, 2. Violinen rechts außen, Celli in der Mitte). Welche Sitzordnung gewählt wird, hängt vom Dirigenten und dem Repertoire ab.
Zusammenfassung:
• Singstimmen (von hoch nach tief): Sopran, Mezzo, Alt, Tenor, Bariton, Bass
• Streicher: 1./2. Violinen, Bratschen, Celli, Kontrabässe
• Holzbläser: Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott
• Blechbläser: Horn, Trompete, Posaune, Tuba
• Schlagwerk: Pauken (klassisch), in der Romantik erweitert
Abitur-Tipp: Lerne die vier Instrumentenfamilien des Sinfonieorchesters mit ihren Hauptinstrumenten auswendig. In der Hörerkennung kannst du oft anhand der typischen Klangfarbe das Instrument bestimmen – übe daher gezielt Klangbeispiele zu Oboe, Klarinette, Horn und Fagott.