Die heutige Notenschrift entwickelte sich seit dem Mittelalter aus den Neumen und der Quadratnotation. Sie verwendet fünf horizontale Linien (Notensystem) und ordnet die Töne nach Tonhöhe (oben hoch, unten tief) und nach Dauer.
Wichtige Notenwerte sind: Ganze Note (4 Schläge), Halbe Note (2 Schläge), Viertel Note (1 Schlag), Achtel Note (½ Schlag), Sechzehntel Note (¼ Schlag). Pausen entsprechen denselben Notenwerten. Ein Punkt hinter der Note verlängert sie um die Hälfte ihres Wertes (punktierte Halbe = 3 Schläge).
Der Notenschlüssel legt fest, welcher Ton auf welcher Linie steht. Die wichtigsten Schlüssel sind:
• Violinschlüssel (G-Schlüssel): die zweite Linie ist g’
• Bassschlüssel (F-Schlüssel): die vierte Linie ist f
• Altschlüssel (C-Schlüssel auf der dritten Linie): für Bratschen
Die Vorzeichen verändern die Tonhöhe um einen Halbton: Kreuz (♯) erhöht, Be (♭) erniedrigt, Auflösungszeichen (♮) hebt die Wirkung wieder auf. Stehen Vorzeichen am Anfang einer Zeile, gelten sie als Generalvorzeichen für die ganze Tonart (z. B. ein Kreuz = G-Dur oder e-Moll).
Die Dynamik bezeichnet die Lautstärke. Die Bezeichnungen sind italienisch:
• pp (pianissimo) – sehr leise
• p (piano) – leise
• mp (mezzopiano) – halbleise
• mf (mezzoforte) – halblaut
• f (forte) – laut
• ff (fortissimo) – sehr laut
Daneben gibt es Crescendo (lauter werdend) und Decrescendo oder Diminuendo (leiser werdend), oft als Gabel-Symbol notiert.
Die Tempobezeichnungen sind ebenfalls italienisch und werden meist am Anfang eines Satzes notiert:
• Largo – sehr breit, langsam
• Adagio – langsam, getragen
• Andante – gehend
• Moderato – mäßig
• Allegro – schnell, lebhaft
• Presto – sehr schnell
Seit dem 19. Jahrhundert kann das Tempo auch durch eine Metronomzahl (BPM – Beats Per Minute) genau angegeben werden, z. B. ♩ = 120.
Die Artikulation beschreibt, wie ein Ton ausgeführt wird:
• legato – gebunden, fließend (Bogen über den Noten)
• staccato – abgesetzt, kurz (Punkt über der Note)
• portato – getragen, leicht angestoßen
• marcato – markiert, betont
• fermate – Ton frei verlängern
Zusammenfassung:
• Notenschrift: 5 Linien, Notenwerte (Ganze, Halbe, Viertel, Achtel)
• Schlüssel: Violin (G), Bass (F), Alt (C)
• Vorzeichen: Kreuz, Be, Auflösungszeichen
• Dynamik: pp, p, mf, f, ff, Crescendo, Decrescendo
• Tempo: Largo, Adagio, Andante, Allegro, Presto
• Artikulation: legato, staccato, marcato
Abitur-Tipp: Lerne die Tempo- und Dynamikbezeichnungen sicher auswendig – sie kommen in jeder Werkanalyse vor. Achte besonders auf den Unterschied zwischen legato und staccato.