Bibliothek

Fach wählen

Themen

Medien und Musik

Vom Tonträger zum Streaming

Im 20. Jahrhundert veränderten sich die Medien, über die Musik verbreitet wird, mehrfach radikal: von der Schellackplatte (ab 1900) über die Vinylschallplatte (ab 1948), die Musikkassette (ab 1963) und die CD (ab 1982) bis zum MP3 (ab 1995) und schließlich zum Streaming. Heute hört die Mehrheit der jungen Menschen Musik fast ausschließlich über Streaming-Dienste.

Die wichtigsten Anbieter sind Spotify (gegründet 2006 in Schweden), Apple Music (2015), Amazon Music und YouTube Music. Sie bieten für eine monatliche Gebühr Zugriff auf Millionen von Songs. Für die Musikindustrie bedeutet dies eine fundamentale Umwälzung: Statt ein Album zu kaufen, „mietet“ man die ganze Musikgeschichte. Künstler werden pro Stream vergütet – sehr wenig pro Klick.

TikTok als Hit-Maschine

Seit 2019 ist die Kurzvideo-App TikTok zur wichtigsten Hit-Maschine der Popmusik geworden. Songs werden zu Hits, weil sie als Soundtrack zu viralen Tanzchallenges, Memes oder Lipsync-Videos verwendet werden. Wichtig sind dabei nicht die kompletten Songs, sondern 15- bis 30-sekündige Auszüge mit prägnanten Melodien oder Beats.

Songs wie Lil Nas X „Old Town Road“ (2019) oder Doja Cat „Say So“ (2019) wurden über TikTok zu globalen Hits. Folgen für die Songstruktur: Songs werden kürzer, beginnen sofort mit dem Refrain und sind gezielt auf ein virales Erlebnis hin komponiert.

Werbemusik

Werbung ohne Musik ist undenkbar. Werbemusik (engl. jingle) muss kurz, eingängig und sofort wiedererkennbar sein. Oft prägt sich ein Werbejingle stärker ein als die Marke selbst. Bekannte Beispiele sind die Telekom-Tonfolge oder die Intel-Inside-Melodie.

Im 21. Jahrhundert nutzen Werbeagenturen zunehmend populäre Songs (Sync-Lizenzen). Für Independent-Künstler kann eine erfolgreiche Sync-Lizenz mehr Geld einbringen als jahrelange Streaming-Einkünfte.

Filmmusik: John Williams und Hans Zimmer

Filmmusik ist eine eigene Kunstform mit eigenen Gesetzen. Sie unterstützt das Bild, lenkt die Aufmerksamkeit, schafft Atmosphäre und Emotionen.

Der amerikanische Komponist John Williams (geb. 1932) ist der bedeutendste Filmkomponist der Gegenwart. Seine Musik zu Star Wars (ab 1977) verwendet das Wagner’sche Leitmotiv-Prinzip: Jede Hauptfigur (Luke, Leia, Darth Vader) hat ein eigenes musikalisches Thema. Auch die Musik zu Indiana Jones, E.T., Jurassic Park und Harry Potter stammt von Williams.

Der deutsche Komponist Hans Zimmer (geb. 1957) hat einen anderen Stil: oft elektronisch, atmosphärisch, mit gewaltigen Klangwänden. Seine Filmmusiken zu Gladiator (2000), The Dark Knight (2008), Inception (2010), Interstellar (2014) und Dune (2021) sind weltweit bekannt.

Zusammenfassung:

• Streaming-Ära: Spotify (2006), Apple Music (2015) als Standardmedien
• TikTok seit 2019: virale Hits aus 15-Sekunden-Auszügen
• Werbemusik: Jingles und Sync-Lizenzen
• Filmmusik: John Williams (Star Wars 1977, Leitmotive), Hans Zimmer (Inception 2010)

Abitur-Tipp: Bei der Filmmusik kannst du Williams (Leitmotiv-Prinzip nach Wagner) und Zimmer (elektronisch, atmosphärisch) gegenüberstellen. Bei der Streaming-Frage geht es um den Wandel der Songstruktur (kürzer, sofort Refrain, TikTok-tauglich).