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L'arte del Rinascimento – Die italienische Renaissance

Leonardo da Vinci, Mona Lisa
Cosa fu il Rinascimento?

Der Rinascimento (Renaissance, wörtlich „Wiedergeburt“) ist eine kulturelle Epoche, die im 14. Jahrhundert in Firenze (Florenz) ihren Ausgang nahm und bis ins 16. Jahrhundert dauerte. Es war eine „Wiedergeburt“ der antiken griechischen und römischen Kultur und zugleich ein revolutionärer Aufbruch in eine neue Zeit. Im Zentrum stand der Mensch (l'uomo) – nicht mehr nur als sterblicher Sünder, sondern als schöpferisches Wesen. Diese Geisteshaltung heißt umanesimo (Humanismus).

Der Schweizer Historiker Jacob Burckhardt schrieb 1860 das berühmte Buch Die Kultur der Renaissance in Italien und prägte das moderne Verständnis dieser Epoche. Für ihn war die Renaissance der Anfang der Moderne.

Firenze, culla del Rinascimento

Florenz war das Zentrum dieser Bewegung. Die Stadt war reich durch Wollhandel und Bankwesen. Die mächtigste Familie waren die Medici: Cosimo il Vecchio (1389–1464) und vor allem Lorenzo il Magnifico (1449–1492) förderten Künstler, Dichter und Philosophen. Die Medici machten Florenz zur kulturellen Hauptstadt Europas.

Die wichtigsten Bauwerke: der Duomo Santa Maria del Fiore mit der berühmten Kuppel von Filippo Brunelleschi (1418–1436), der Palazzo Vecchio, die Galleria degli Uffizi. Der berühmte Ponte Vecchio über den Arno ist seit dem 14. Jahrhundert bewohnt.

Leonardo da Vinci – L'uomo universale

Leonardo da Vinci (1452–1519) ist die Verkörperung des uomo universale – ein Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Ingenieur, Erfinder. Geboren in Vinci bei Florenz, arbeitete er in Mailand, Rom, später in Frankreich. Seine berühmtesten Werke:

La Gioconda (Mona Lisa, 1503–1519) – heute im Louvre, Paris
L'Ultima Cena (Das Abendmahl, 1495–1498) – in Santa Maria delle Grazie, Mailand
L'uomo vitruviano – die geometrische Studie des menschlichen Körpers
La Vergine delle rocce

Leonardo zeichnete Flugmaschinen, Panzer, Tauchanzüge und studierte die Anatomie an heimlich beschafften Leichen. Sein Notizbuch ist Spiegelschrift – vermutlich, weil er Linkshänder war.

Michelangelo Buonarroti

Michelangelo (1475–1564) war Bildhauer, Maler, Architekt und Dichter. Er sah sich vor allem als Bildhauer. Seine wichtigsten Werke:

David (1501–1504) – Marmorstatue (5,17 m), heute in der Galleria dell'Accademia in Florenz
Pietá (1499) – im Petersdom, Rom: Maria mit dem toten Christus
Cappella Sistina (1508–1512) – das Deckenfresko im Vatikan: 9 Szenen aus der Genesis, berühmt „Die Erschaffung Adams
Il Giudizio Universale (1536–1541) – das Letzte Gericht, ebenfalls in der Sixtinischen Kapelle
Cupola di San Pietro – die Kuppel des Petersdoms

Michelangelo soll vor seinem David gesagt haben: „Io ho visto un angelo nel marmo e ho scolpito fino a liberarlo“ – „Ich sah einen Engel im Marmor und meisselte, bis ich ihn befreit hatte.“

Raffaello Sanzio e Botticelli

Raffaello (1483–1520) gilt als der harmonischste Maler der Hochrenaissance. Im Vatikan schuf er die Stanze di Raffaello, darunter die berühmte Scuola di Atene – eine ideale Versammlung antiker Philosophen. Bekannt sind auch seine vielen Madonnen.

Sandro Botticelli (1445–1510) malte zwei der bekanntesten Bilder der Renaissance: La nascita di Venere (Die Geburt der Venus, 1485) und La Primavera (Der Frühling, 1482). Beide hängen heute in den Uffizien.

Vocabolario

il Rinascimento – die Renaissance
l'umanesimo – der Humanismus
l'uomo universale – der Universalmensch
l'artista – der Künstler
il pittore – der Maler
lo scultore – der Bildhauer
l'architetto – der Architekt
il quadro / il dipinto – das Gemälde
l'affresco – das Fresko
la scultura – die Skulptur
il marmo – der Marmor
il mecenate – der Mäzen
la prospettiva – die Perspektive
il capolavoro – das Meisterwerk

Le innovazioni

Die Renaissance brachte technische und künstlerische Innovationen:

Prospettiva centrale (Zentralperspektive) – entwickelt von Brunelleschi und theoretisch beschrieben von Leon Battista Alberti in De pictura (1435)
Anatomia – realistische Darstellung des menschlichen Körpers
Sfumato – die weiche Überblendung von Hell und Dunkel (Leonardo)
• Der Künstlerstand – vom Handwerker zum gefeierten Schöpfer (Vasari, Le vite, 1550)

Sintesi:

• Florenz als Wiege der Renaissance, Medici als Mäzene
• Humanismus: der Mensch im Zentrum
• Leonardo (Mona Lisa, Abendmahl), Michelangelo (David, Sixtinische Kapelle)
• Raffaello (Scuola di Atene), Botticelli (Geburt der Venus)
• Innovationen: Zentralperspektive, Anatomie, Sfumato

Abitur-Tipp: Verbinde Kunst mit dem politischen Hintergrund (Medici-Mäzenatentum). Lerne 4 Künstler mit je einem Hauptwerk auswendig. Das Wort uomo universale ist Goldwert. Vasari als ersten Kunsthistoriker zu nennen, wirkt souverän.