Italien ist die Heimat der Oper. Bereits um 1600 entstand in Florenz mit Jacopo Peris Dafne die erste Oper der Geschichte. Seither hat Italien die Musikwelt geprägt. „L'opera è il più grande contributo dell'Italia alla cultura mondiale.“ („Die Oper ist Italiens größter Beitrag zur Weltkultur.“)
Die wichtigsten Opernhäuser: La Scala in Mailand (1778 eröffnet), La Fenice in Venedig, San Carlo in Neapel, Teatro dell'Opera in Rom und die Arena di Verona.
Giuseppe Verdi ist der Nationalkomponist Italiens. Sein Name wurde im Risorgimento sogar zum Code: Viva V.E.R.D.I. = Viva Vittorio Emanuele Re D'Italia. Seine Opern sind voller patriotischer Leidenschaft.
Hauptwerke: Nabucco (1842) mit dem berühmten Gefangenenchor Va, pensiero, Rigoletto (1851), Il trovatore (1853), La traviata (1853, basiert auf Dumas' „Kameliendame“), Aida (1871, uraufgeführt in Kairo), Otello (1887) und Falstaff (1893). „Tutto nel mondo è burla.“ („Alles in der Welt ist Spass.“) – Schlusssatz aus Falstaff.
Giacomo Puccini aus Lucca komponierte die wohl meistgespielten Opern der Welt. Seine Werke sind melodisch eingängig und emotional überwältigend.
Hauptwerke: Manon Lescaut (1893), La bohème (1896, über arme Künstler in Paris), Tosca (1900, über Liebe und Tyrannei), Madama Butterfly (1904, über eine japanische Frau und einen amerikanischen Marineoffizier) und Turandot (1926 postum), aus der die Arie „Nessun dorma“ stammt – weltberühmt durch Luciano Pavarotti.
Vokabeln:
la musica – die Musik
l'opera – die Oper
il compositore – der Komponist
il cantante – der Sänger
il tenore – der Tenor
il soprano – der Sopran
l'aria – die Arie
il libretto – der Operntext
il cantautore – der Liedermacher
la canzone – das Lied
il festival di Sanremo – das Sanremo-Festival
In den 1960er- und 70er-Jahren entstand die Bewegung der cantautori (Singer-Songwriter): Musiker, die ihre eigenen Texte schrieben und politische, soziale, poetische Themen behandelten. Sie sind in Italien Kult.
Fabrizio De André (1940–1999) aus Genua gilt als der größte italienische Cantautore. Seine Lieder erzählen von Außenseitern, Prostituierten, Anarchisten. „Dai diamanti non nasce niente, dal letame nascono i fior.“ („Aus Diamanten entsteht nichts, aus Mist entstehen die Blumen.“) Bekannte Alben: La buona novella (1970), Creuza de mä (1984).
Lucio Battisti (1943–1998) und sein Texter Mogol prägten den italienischen Pop. Hits wie La canzone del sole (1971) und Acqua azzurra, acqua chiara (1969) sind bis heute populär.
Lucio Dalla (1943–2012) komponierte 1986 die berühmte Hommage an Enrico Caruso, das Lied Caruso, das von Pavarotti, Bocelli und vielen anderen interpretiert wurde.
Zusammenfassung:
• Italien: Geburtsland der Oper (um 1600), La Scala Mailand seit 1778
• Verdi: Aida, La traviata, Rigoletto, Nabucco
• Puccini: Tosca, La bohème, Madama Butterfly, Turandot
• Cantautori: De André, Battisti, Dalla
• Festival di Sanremo seit 1951
Abitur-Tipp: Verbinde italienische Musik mit dem Risorgimento (Verdi als Symbol). Lerne mindestens eine Verdi- und eine Puccini-Oper und kenne einen Cantautore. Caruso von Lucio Dalla ist ein perfektes Beispiel für ein modernes Italienlied.