Firenze (Florenz) ist die Hauptstadt der Toskana und gilt als Wiege der Renaissance. Im 15. und 16. Jahrhundert wirkten hier die größten Künstler, Dichter und Wissenschaftler Europas. „Firenze è la culla del Rinascimento, dove l'uomo tornò al centro del mondo.“ („Florenz ist die Wiege der Renaissance, wo der Mensch wieder ins Zentrum der Welt rückte.“)
Heute hat die Stadt rund 360.000 Einwohner, ihre Altstadt ist UNESCO-Welterbe und zählt zu den meistbesuchten Tourismuszielen Italiens.
Die Medici waren eine reiche Bankiersfamilie, die Florenz vom 15. bis ins 18. Jahrhundert regierte. Sie förderten die Künste wie keine andere Dynastie der Geschichte.
Der wichtigste Vertreter ist Lorenzo il Magnifico (1449–1492). Unter ihm erlebte Florenz seine Blütezeit. Lorenzo war Dichter, Politiker und Mäzen von Botticelli, Michelangelo und Leonardo da Vinci. „Quant'è bella giovinezza, che si fugge tuttavia! Chi vuol esser lieto, sia: di doman non c'è certezza.“ („Wie schön ist die Jugend, die doch dahinflieht! Wer froh sein will, sei es: vom Morgen gibt es keine Gewissheit.“) – aus seinem Lied Trionfo di Bacco e Arianna.
Die Familie stellte später zwei Päpste (Leo X. und Clemens VII.) und zwei Großherzoginnen Frankreichs (Caterina und Maria de' Medici).
Der Duomo di Firenze (Cattedrale di Santa Maria del Fiore) wurde 1296 begonnen. Doch die gewaltige Kuppel blieb über 100 Jahre eine ungelöste Herausforderung. Filippo Brunelleschi (1377–1446) gewann 1418 den Wettbewerb und konstruierte die Kuppel zwischen 1420 und 1436 ohne Geruste – eine technische Sensation.
Mit ihrem Durchmesser von 45,5 m ist sie noch heute die größte aus Ziegelsteinen errichtete Kuppel der Welt. Brunelleschi gilt als Begründer der Renaissance-Architektur und Erfinder der mathematischen Zentralperspektive.
Vokabeln:
il Rinascimento – die Renaissance
la culla – die Wiege
il mecenate – der Mäzen
la cupola – die Kuppel
il duomo – der Dom
l'artista – der Künstler
il pittore – der Maler
lo scultore – der Bildhauer
il quadro – das Gemälde
la statua – die Statue
il capolavoro – das Meisterwerk
la galleria – die Galerie
Michelangelo Buonarroti (1475–1564) schuf in Florenz seinen berühmten David (1501–1504), eine 5,17 m hohe Marmorstatue, die heute in der Galleria dell'Accademia steht. Sie symbolisiert die Florentinische Republik gegen die Goliath-Tyrannen.
Sandro Botticelli (1445–1510) malte in Florenz seine berühmten Werke La nascita di Venere (Die Geburt der Venus, ca. 1485) und La Primavera (Der Frühling, ca. 1482), beide heute in den Uffizien.
Leonardo da Vinci (1452–1519) wurde in der Nähe von Vinci geboren und arbeitete als junger Künstler in Florenz. Seine Annunciazione (ca. 1472) ist in den Uffizien zu sehen.
Auch Dante Alighieri (1265–1321) wurde in Florenz geboren – sein Geburtshaus (Casa di Dante) ist heute Museum.
Zusammenfassung:
• Florenz: Wiege der Renaissance, UNESCO-Welterbe
• Medici: Bankiers und Mäzene, Lorenzo il Magnifico (1449–1492)
• Brunelleschi: Cupola del Duomo (1420–1436)
• Michelangelo: David (1501–1504)
• Botticelli: Geburt der Venus, Primavera
• Dante: in Florenz geboren 1265
Abitur-Tipp: Verbinde Florenz mit der italienischen Identität und Sprache (Dante als Begründer des Italienischen). Lerne mindestens drei Künstler mit konkreten Werken.