Italien hat über Jahrhunderte hinweg große Wissenschaftler und Erfinder hervorgebracht. „L'Italia ha dato al mondo non solo bellezza, ma anche scienza.“ („Italien hat der Welt nicht nur Schönheit gegeben, sondern auch Wissenschaft.“) Insgesamt erhielten 20 Italiener den Nobelpreis – sechs davon in den Naturwissenschaften.
Galileo Galilei aus Pisa gilt als Vater der modernen Wissenschaft. Er verbesserte 1609 das Teleskop und beobachtete als Erster die Jupitermonde, die Mondkrater und die Phasen der Venus. Seine Beobachtungen bestätigten das heliozentrische Weltbild von Kopernikus.
1633 wurde er von der Inquisition zur Abschwörung seiner Lehre gezwungen. Der Legende nach murmelte er nach dem Urteil: „Eppur si muove.“ („Und sie bewegt sich doch.“) Erst 1992 rehabilitierte ihn die katholische Kirche offiziell unter Papst Johannes Paul II.
Guglielmo Marconi aus Bologna war der Erfinder des Radios. 1895 sendete er die ersten drahtlosen Funksignale, 1901 gelang ihm die erste transatlantische Übertragung von Cornwall nach Neufundland. 1909 erhielt er den Nobelpreis für Physik. Sein Erfindergeist machte die globale Kommunikation möglich.
Marconis Erfindung rettete u.a. 700 Menschen beim Untergang der Titanic 1912, da das Notrufsignal SOS per Funk gesendet werden konnte.
Vokabeln:
lo scienziato – der Wissenschaftler
la scoperta – die Entdeckung
l'invenzione – die Erfindung
il premio Nobel – der Nobelpreis
il telescopio – das Teleskop
la radio – das Radio
la fisica – die Physik
la pedagogia – die Pädagogik
il nucleare – die Kernphysik
la ricerca – die Forschung
il neurone – das Neuron
Maria Montessori war eine der ersten Ärztinnen Italiens und die wohl berühmteste Pädagogin der Welt. 1907 eröffnete sie in Rom die Casa dei Bambini in San Lorenzo – das erste Montessori-Kinderhaus.
Ihre Methode setzt auf aiutami a fare da solo (hilf mir, es selbst zu tun): selbstständiges Lernen, vorbereitete Umgebung, Materialien zur Sinnesschulung. Heute gibt es weltweit über 22.000 Montessori-Schulen. Ihr Porträt zierte die letzte 1.000-Lire-Banknote vor der Euro-Einführung.
Enrico Fermi war der wichtigste italienische Physiker des 20. Jahrhunderts. Er erhielt 1938 den Nobelpreis für Physik für seine Arbeiten zur künstlichen Radioaktivität.
Nach der Nobelpreisverleihung emigrierte er in die USA (seine Frau Laura war jüdisch und durch die faschistischen Rassengesetze bedroht). In Chicago realisierte er am 2. Dezember 1942 die erste kontrollierte Kernspaltung der Geschichte (Chicago Pile-1). Er war Teil des Manhattan-Projekts, das die Atombombe entwickelte.
Rita Levi-Montalcini war Neurologin. Als italienische Jüdin musste sie 1938 unter den faschistischen Rassengesetzen ihre Universitätsstelle aufgeben und forschte heimlich in einem Schlafzimmerlabor. Sie entdeckte den Nervenwachstumsfaktor (NGF). 1986 erhielt sie dafür den Nobelpreis für Medizin.
2001 wurde sie zur senatrice a vita (Senatorin auf Lebenszeit) ernannt. Sie wurde 103 Jahre alt. „Il corpo invecchia, ma la mente no.“ („Der Körper altert, aber der Geist nicht.“)
Zusammenfassung:
• Galileo Galilei (1564–1642): Teleskop, „Eppur si muove“
• Marconi: Radio, Nobelpreis Physik 1909
• Maria Montessori: Casa dei Bambini 1907, Pädagogik weltweit
• Fermi: Nobelpreis 1938, erste Kernspaltung 1942
• Rita Levi-Montalcini: Nobelpreis Medizin 1986, NGF
• 20 italienische Nobelpreisträger insgesamt
Abitur-Tipp: Lerne mindestens drei Persönlichkeiten mit Lebensdaten und Verdiensten. Verbinde Montessori mit Pflichtthema scuola italiana, Fermi und Levi-Montalcini mit dem Faschismus und der Verfolgung der Juden.