Mit der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 war das nationalsozialistische Deutschland besiegt. Deutschland hatte keinerlei Souveränität mehr. Die Siegermächte beschlossen auf der Konferenz von Jalta (Februar 1945) und auf der Konferenz von Potsdam (Juli/August 1945) die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen:
Auch die Hauptstadt Berlin wurde in vier Sektoren geteilt – obwohl sie mitten in der sowjetischen Zone lag. Diese Insellage Westberlins sollte später zu zentralen Krisen führen. Die Oder-Neiße-Linie wurde als provisorische Westgrenze Polens festgelegt; Ostpreußen, Schlesien, Pommern und Teile Brandenburgs gingen an Polen und die UdSSR über.
Im Potsdamer Abkommen einigten sich die Siegermächte auf die 5 D’s als Grundlage ihrer Besatzungspolitik:
Diese Punkte waren formal gemeinsam, wurden aber in den vier Zonen unterschiedlich umgesetzt – mit wachsender Tendenz zur Spaltung.
Schon ab 1946 wurde deutlich, dass die Vorstellungen zwischen Westmächten und UdSSR unvereinbar waren:
Stalin reagierte auf die Währungsreform mit der Berlin-Blockade: Vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 wurden alle Land- und Wasserwege nach Westberlin gesperrt. Stalin wollte die Westmächte zwingen, Westberlin aufzugeben.
Die USA und Großbritannien antworteten mit der Berliner Luftbrücke (Operation „Vittles“). Über 200 000 Flüge brachten ca. 2,1 Mio. Tonnen Güter (Kohle, Mehl, Medikamente) nach Westberlin. Die berühmte „Rosinenbomber“ warfen Süßigkeiten für die Kinder ab. Stalin musste die Blockade ohne Erfolg aufgeben – ein politischer Sieg der Westmächte und ein Wendepunkt: Die Westberliner waren nun „Verbündete“ der USA, nicht mehr „Feinde“.
Die Spaltung wurde im Jahr 1949 institutionell vollendet:
Konrad Adenauer erklärte am 20. September 1949: „Solange das deutsche Volk in zwei Teile geteilt ist und wir uns nicht zu einem politischen Ganzen zusammenfinden können, ist die Lösung des deutschen Problems nicht gefunden.“ (Adenauer, 20. 9. 1949) Damit war von Anfang an die Wiedervereinigung als langfristiges Ziel im Selbstverständnis der Bundesrepublik verankert.
Lange galt die Teilung als unausweichlich. Neuere Studien (Wilfried Loth: „Stalins ungeliebtes Kind“, 1994) argumentieren, dass Stalin anfangs durchaus an einem neutralen Gesamtdeutschland interessiert gewesen sei (vgl. Stalin-Note 1952) – die Teilung sei „nicht von Anfang an gewollt“, sondern Folge wechselseitiger Eskalation. Andere Forscher (Hermann Graml) bestreiten dies und sehen die sowjetische Machtpolitik als treibende Kraft.
Zusammenfassung:
• Vier Zonen + Berlin (4 Sektoren)
• 5 D’s als gemeinsames Programm
• 1946: Gründung SED; 1947: Bizone, Marshall-Plan
• 1948: Trizone, Währungsreform, Berlin-Blockade
• 1948/49: Luftbrücke, „Rosinenbomber“
• 23. 5. 1949 BRD; 7. 10. 1949 DDR
Abitur-Tipp: Lerne die 5 D’s und die Doppel-Gründungsdaten 1949. In Quellenanalysen kannst du den Unterschied zwischen Adenauers Westbindung und Stalins Note (1952) als Brücke zur Frage nach „verpassten Chancen“ der Wiedervereinigung verwenden.
Deutschland stand nach dem Krieg ohne eine einheitliche Regierung da. Ein Friedensvertrag mit Deutschland wurde ebenfalls nicht geschlossen. Unter anderem deshalb wurde die Aufteilung in Besatzungszonen zunächst als provisorisch verstanden. Je weiter der Kalte Krieg voranschritt, desto mehr rückten die Besatzungsmächte von dieser Ansicht ab. Jeder hatte Angst, der Gegner könne ein geeintes Deutschland unter seinen Einfluss bringen.
Am 23. Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland (BRD) gegründet. Die Westmächte ordneten damit ihre Besatzungszone (Trizone, da drei Besatzungsmächte) durch das Grundgesetz neu. Erste Schritte in diese Richtung unternahmen die Westmächte mit der Währungsreform von 1948, die die Deutsche Mark als einziges Zahlungsmittel in der Trizone zuließ.
Diese nicht angekündigte Reform nahm die Sowjetunion zum Anlass zur Berlin-Blockade: Die Stromversorgung Westberlins wurde eingestellt, der Güter und Personenverkehr gestoppt, die Autobahnen gesperrt. Tatsächlich erhofften sie sich, West-Berlin übernehmen und in das sowjetische System eingliedern zu können. Denn die Sowjetunion war der Ansicht: Wer Berlin besaß, besaß Deutschland. Im Zeitraum von Juni 1948 bis Mai 1949 blockierten sie West-Berlin, sodass die Westmächte ihre Besatzungszonen nicht versorgen konnten. Hier kommt die berühmte Luftbrücke ins Spiel: Durch Flugzeuge warfen die Alliierten Nahrungsmittel und andere Waren über West-Berlin ab, um die Bevölkerung zu versorgen. Diese Berlin-Blockade oder auch Berlin-Krise kann als erste tatsächliche Konfrontation des Kalten Krieges angesehen werden.
Aus der Sowjetischen Besatzungszone entstand am 7. Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Sie war im Vergleich zur BRD kommunistisch organisiert und klar antifaschistisch positioniert.