Stickstoff (N) ist Bestandteil von Aminosäuren, Proteinen, Nukleinsäuren und Coenzymen. Obwohl die Atmosphäre zu 78 % aus N2 besteht, können die meisten Organismen den molekularen Stickstoff nicht direkt verwerten – er muss zunächst in pflanzenverfügbare Verbindungen wie Ammonium (NH4+) oder Nitrat (NO3−) umgewandelt werden.
Die N-Fixierung wandelt N2 in NH4+ um. Drei Wege:
• Biologisch: durch das Enzym Nitrogenase in Bakterien wie Rhizobium (in Wurzelknöllchen von Leguminosen) und freilebenden Cyanobakterien (Anabaena). Reaktion: \( N_2 + 8H^+ + 8e^- + 16ATP \rightarrow 2NH_3 + H_2 + 16ADP + 16P_i \). Energieaufwendig, aber bei Raumtemperatur möglich.
• Atmosphärisch: Blitzeinschläge erzeugen Stickoxide.
• Industriell: Haber-Bosch-Verfahren (450 °C, 200 bar, Eisenkatalysator) für Düngemittel.
In zwei Stufen wird Ammonium über Nitrit zu Nitrat oxidiert:
1. Ammoniumoxidation durch Nitrosomonas: NH4+ + 1,5 O2 → NO2− + 2 H+ + H2O.
2. Nitritoxidation durch Nitrobacter: NO2− + 0,5 O2 → NO3−.
Beide sind aerobe, chemolithoautotrophe Bakterien, die ihre Energie aus diesen Oxidationen gewinnen. Nitrat ist die wichtigste Stickstoffquelle für Pflanzen.
Pflanzen nehmen NO3− oder NH4+ über die Wurzeln auf. Nitrat wird durch Nitratreduktase und Nitritreduktase zu NH4+ reduziert und anschließend über Glutamat in Aminosäuren eingebaut. Tiere erhalten Stickstoff über pflanzliche oder tierische Nahrung.
• Ammonifikation: Beim Abbau toter Biomasse durch Destruenten (Bakterien, Pilze) entsteht erneut NH4+.
• Denitrifikation: Unter Sauerstoffmangel reduzieren bestimmte Bakterien (Pseudomonas, Paracoccus) Nitrat schrittweise zu N2. Damit schließt sich der Kreislauf, der Stickstoff kehrt in die Atmosphäre zurück.
Durch Landwirtschaft (Kunstdünger), Tierhaltung (Gülle) und Verkehr (NOx) gelangen erhöhte Mengen reaktiven Stickstoffs in Ökosysteme. Folgen sind Eutrophierung von Gewässern, Algenblüten, Sauerstoffmangel im Tiefenwasser und Fischsterben. In Wäldern führt Stickstoffeintrag zur Veränderung der Bodenflora und fördert nitrophile Arten (Brennnessel, Holunder). Atmosphärisches Lachgas (N2O) ist zudem ein hochwirksames Treibhausgas.
Pflanzen können N2 nicht direkt nutzen – nur in Symbiose mit Knollchenbakterien indirekt. Nitrifikation und Denitrifikation laufen in entgegengesetzte Richtung und werden von verschiedenen Bakteriengruppen ausgeführt.
Zusammenfassung: N2 → (Fixierung) → NH4+ → (Nitrifikation) → NO3− → Aufnahme durch Pflanzen → Assimilation → Nahrungskette → Ammonifikation → (Denitrifikation) → N2.
Abitur-Tipp: Lerne die vier Schlüsselschritte (Fixierung, Nitrifikation, Ammonifikation, Denitrifikation) mit jeweils einem Bakterienbeispiel. Für Eutrophierung den Begriff „Sauerstoffmangel im Tiefenwasser“ parat haben.