Die männliche Reproduktion wird durch eine hierarchische Hormonkaskade gesteuert. Der Hypothalamus sezerniert pulsatil GnRH (Gonadoliberin), das die Hypophyse zur Ausschüttung von FSH und LH anregt.
LH stimuliert die Leydig-Zellen im Hoden zur Synthese von Testosteron. Der Plasmaspiegel beim erwachsenen Mann beträgt etwa 3–10 ng/ml mit zirkadianem Rhythmus (höchste Werte morgens). Testosteron stimuliert Spermatogenese, sekundäre Geschlechtsmerkmale und Libido.
FSH wirkt auf die Sertoli-Zellen im Hodentubulus und unterstützt die Spermatogenese. Sertoli-Zellen bilden zudem das androgenbindende Protein (ABP) und das Rückkopplungshormon Inhibin.
Testosteron hemmt über negative Rückkopplung die Sekretion von GnRH (Hypothalamus) und LH (Hypophyse). Inhibin hemmt selektiv die FSH-Ausschüttung.
Testosteron fördert in der Pubertät Bartwuchs, Stimmbruch, Muskelaufbau, Libido und Aggressivität. Es wird in der Prostata zum aktiveren DHT (Dihydrotestosteron) und in einigen Geweben zu Östradiol umgewandelt (Aromatase).
Abitur-Tipp: Merke: LH steuert Testosteron, FSH steuert Spermatogenese — gleicher Hormonpartner, unterschiedliche Zielzellen.