Der distale Tubulus schließt an den aufsteigenden dicken Teil der Henle-Schleife an und führt zum Sammelrohr. Obwohl er nur etwa 5% des filtrierten Na+ resorbiert, ist er entscheidend für die Feinregulation von Natrium-, Wasser- und Kaliumhaushalt sowie der Calciumbilanz. Er steht unter direkter hormoneller Kontrolle.
Im frühen Abschnitt resorbieren NCC-Cotransporter (Na+-Cl−-Symporter) Natrium und Chlorid aus dem Tubuluslumen. Dieser Transporter ist Angriffspunkt der Thiaziddiuretika (Hydrochlorothiazid), die zur Behandlung der Hypertonie eingesetzt werden. Parallel wird Calcium über den TRPV5-Kanal rückresorbiert – verstärkt durch Parathormon (PTH).
Im späten distalen Tubulus und im Verbindungstubulus liegen Hauptzellen mit dem epithelialen Na+-Kanal ENaC in der apikalen Membran und der Na+/K+-ATPase basolateral. Aldosteron aus der Zona glomerulosa der Nebennierenrinde bindet an den intrazellulären Mineralokortikoidrezeptor und steigert die Transkription von ENaC und Na+/K+-ATPase. Folge: vermehrte Na+- und Wasserrückresorption sowie K+-Sekretion ins Tubuluslumen.
Daneben finden sich Typ-A-Schaltzellen, die über H+-ATPasen Protonen sezernieren und Bikarbonat zurückhalten (Wichtig bei Azidose), sowie Typ-B-Schaltzellen, die das Umgekehrte leisten. So trägt der distale Tubulus zur Regulation des Säure-Basen-Haushalts bei.
Eine Überproduktion von Aldosteron (Conn-Syndrom) führt zu Hypertonie, Hypokaliämie und metabolischer Alkalose. Spironolacton und Eplerenon blockieren den Mineralokortikoidrezeptor und sind kaliumsparende Diuretika. Der seltene Liddle-Syndrom-Defekt (konstitutiv aktiver ENaC) ahmt einen Hyperaldosteronismus nach.
Abitur-Tipp: Merke: Im distalen Tubulus regeln NCC, ENaC, Aldosteron und die Schaltzellen die Feinabstimmung von Natrium, Kalium und pH. Hier setzen Thiazide und Aldosteronantagonisten an.