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Bluthochdruck

Definition

Eine arterielle Hypertonie liegt nach WHO und ESC vor, wenn der Blutdruck wiederholt über 140/90 mmHg in der Praxismessung liegt. Der optimale Wert beträgt <120/80 mmHg. In Deutschland sind etwa 30 Millionen Menschen betroffen, im Alter über 60 mehr als die Hälfte. Die Hypertonie ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Primäre (essenzielle) Hypertonie

Mit etwa 90–95% aller Fälle ist die primäre Hypertonie die häufigste Form. Sie hat keine eindeutig fassbare Einzelursache, sondern ist multifaktoriell bedingt: genetische Disposition, hohe Salzzufuhr, Adipositas, Bewegungsmangel, Stress, Alkohol- und Nikotinkonsum spielen eine Rolle. Pathophysiologisch finden sich erhöhte sympathische Aktivität, RAAS-Aktivierung und endotheliale Dysfunktion.

Sekundäre Hypertonie

Bei etwa 5–10% liegt eine identifizierbare Ursache zugrunde: Nierenerkrankungen (z. B. Nierenarterienstenose, Glomerulonephritis), endokrine Ursachen (Conn-Syndrom mit Hyperaldosteronismus, Phäochromozytom mit Katecholaminexzess, Cushing-Syndrom, Hyperthyreose), Aortenisthmusstenose oder Schlafapnoe-Syndrom. Diese sekundären Formen sind potenziell heilbar.

Folgeschäden

Chronischer Bluthochdruck schädigt vor allem Herz, Gehirn, Nieren und Augen. Es entstehen Linksherzhypertrophie mit diastolischer Funktionsstörung, Atherosklerose, Schlaganfall, hypertensive Nephropathie mit Niereninsuffizienz und eine hypertensive Retinopathie. Pro 20 mmHg systolische Erhöhung verdoppelt sich das Risiko für kardiovaskuläre Mortalität.

Diagnostik

Wichtig ist die standardisierte Messung in Ruhe an beiden Armen, ggf. ergänzt durch 24-Stunden-Blutdruckmessung (ABPM) und Selbstmessung. Bei Verdacht auf sekundäre Hypertonie folgen Sonographie der Nieren, Aldosteron/Renin-Quotient und 24-Stunden-Sammelurin auf Metanephrine.

Therapie

Basismassnahmen: Gewichtsreduktion, salzarme Kost (<6 g/Tag), regelmäßige Bewegung, Alkoholrestriktion. Medikamentös: ACE-Hemmer oder Sartane, Calciumantagonisten, Thiaziddiuretika und Betablocker bilden die Basisgruppen, häufig in Kombination.

Abitur-Tipp: Grenzwert merken: 140/90 mmHg. Im Abitur wird gerne nach dem Verhältnis primär/sekundär (90/10), nach den vier wichtigsten Endorganen (Herz, Hirn, Niere, Auge) und nach RAAS-blockierenden Therapien gefragt.