Die Nierentransplantation ist die Therapie der Wahl bei terminaler Niereninsuffizienz (CKD-Stadium 5 mit eGFR <15 ml/min). Sie verbessert Lebensqualität und Lebenserwartung im Vergleich zur Dialyse deutlich. In Deutschland werden pro Jahr etwa 2200 Nierentransplantationen durchgeführt; auf der Warteliste stehen rund 7000 Patienten. Die mittlere Wartezeit beträgt 6–8 Jahre.
Es gibt zwei Quellen: Lebendspende (in Deutschland nur durch nahe Verwandte oder Personen aus engem persönlichem Umfeld erlaubt) und postmortale Spende nach festgestelltem Hirntod. Lebendspende-Transplantate haben eine bessere Prognose: 10-Jahres-Funktionsraten bis 75% gegenüber etwa 55% bei postmortaler Spende.
Vor Transplantation werden Blutgruppe (AB0), HLA-Merkmale (Klasse I A, B; Klasse II DR) und ein Crossmatch auf vorhandene Empfänger-Antikörper geprüft. Eine möglichst hohe HLA-Übereinstimmung verbessert das Transplantatüberleben. Eine Lebendspende kann heute auch über AB0-Inkompatibilitätsgrenzen erfolgen (Desensibilisierung).
Die Spenderniere wird heterotop in die Fossa iliaca rechts oder links eingesetzt, die Nierenarterie an die A. iliaca externa, die Nierenvene an die V. iliaca externa und der Ureter in die Harnblase implantiert. Die eigenen Nieren bleiben in der Regel an Ort und Stelle.
Es werden drei Formen unterschieden: hyperakute Abstossung innerhalb von Minuten durch präformierte Antikörper (heute durch Crossmatch fast vermieden), akute Abstossung in den ersten Wochen bis Monaten (T-Zell-vermittelt oder antikörpervermittelt), und chronische Abstossung mit progredientem Funktionsverlust über Jahre.
Lebenslange immunsuppressive Therapie ist notwendig. Standard ist eine Tripeltherapie aus Calcineurininhibitor (Tacrolimus oder Ciclosporin), Mycophenolat-Mofetil und niedrig dosiertem Glukokortikoid. Nebenwirkungen: erhöhtes Infektionsrisiko, Tumorrisiko, Diabetes, Nephrotoxizität.
Abitur-Tipp: Drei Pfeiler der Vorbereitung: AB0, HLA-Matching, Crossmatch. Drei Abstossungsformen: hyperakut, akut, chronisch. Lebenslange Immunsuppression mit Calcineurininhibitor als Basis.