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Die Oogenese

Definition

Die Oogenese ist die Entwicklung der weiblichen Keimzellen von den Urkeimzellen bis zur reifen Eizelle. Sie läuft über Jahrzehnte und unterscheidet sich grundlegend von der Spermatogenese.

Pränatale Phase

Bereits in der 3. Embryonalwoche wandern Urkeimzellen in die Genitalleiste. Bis zum 5. Schwangerschaftsmonat entstehen durch mitotische Teilungen etwa 7 Millionen Oogonien. Diese treten in die Meiose I ein und arretieren als primäre Oozyten in der Prophase I (Diktyotän). Bis zur Geburt sind nur noch etwa 1–2 Millionen übrig.

Pubertät bis Menopause

Erst mit der Pubertät wird pro Zyklus ein dominanter Follikel wachsen. Wenige Stunden vor dem Eisprung beendet die primäre Oozyte die Meiose I und gibt den ersten Polkörper ab. Es entsteht eine sekundäre Oozyte, die in die Meiose II eintritt und in der Metaphase II arretiert.

Vollendung der Meiose

Die Meiose II wird erst nach Befruchtung durch ein Spermium abgeschlossen. Dabei wird der zweite Polkörper abgegeben. Aus einer primären Oozyte entsteht somit nur eine reife Eizelle und drei degenerierende Polkörper, während bei der Spermatogenese vier Spermien entstehen.

Asymmetrische Teilung

Die Polkörper sind sehr klein, da das gesamte Zytoplasma in der Eizelle bleibt — die Eizelle muss alle Ressourcen für die frühe Embryonalentwicklung bereitstellen. Die reife menschliche Eizelle ist mit etwa 100–120 µm die grösste Zelle des Körpers.

Klinik

Die lange Arretierung der Meiose erklärt das mit dem Alter steigende Risiko für Chromosomenaberrationen wie Trisomie 21 (etwa 1:1500 mit 20 Jahren, 1:30 mit 45 Jahren).

Abitur-Tipp: Merke: Meiose I bis zur Ovulation, Meiose II bis zur Befruchtung — nur eine reife Eizelle pro Zyklus.