Chorea Huntington (Huntington-Krankheit) ist eine erbliche, neurodegenerative Erkrankung, die durch unwillkürliche, tanzähnliche Bewegungen (griech. choreia = Tanz), Persönlichkeitsveränderungen und fortschreitende Demenz gekennzeichnet ist. Erste Symptome treten meist zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr auf. Die Krankheit verläuft progressiv und endet 15–20 Jahre nach Symptombeginn tödlich.
Verursacht wird Huntington durch eine Mutation im HTT-Gen auf Chromosom 4 (4p16.3). Dieses Gen enthält eine repetitive Sequenz von CAG-Tripletts, die jeweils für Glutamin codieren. Bei Gesunden liegen 10–26 Wiederholungen vor, ab 36 Wiederholungen tritt die Krankheit auf. Je mehr CAG-Wiederholungen, desto früher und schwerer der Verlauf (Antizipation). Der Erbgang ist autosomal-dominant.
Das mutierte Huntingtin enthält einen verlängerten Polyglutamin-Trakt. Dieses Protein faltet sich falsch, bildet Aggregate in Neuronen (besonders im Striatum) und führt über gestörte Proteostase und Apoptose zum Untergang der Nervenzellen. Folge ist der Verlust von Neuronen in den Basalganglien und der Hirnrinde.
Die Diagnose stützt sich auf:
1. Klinische Untersuchung: Bewegungsstörungen, kognitive Defizite, Familienanamnese.
2. Bildgebende Verfahren: MRT zeigt Atrophie des Striatums.
3. Molekulargenetischer Test: PCR-Amplifikation des CAG-Wiederholungsabschnitts und Bestimmung der Wiederholungszahl über Gelelektrophorese oder Fragmentanalyse. Ab 36 CAG-Wiederholungen ist die Diagnose gesichert.
Da Huntington autosomal-dominant vererbt wird, beträgt das Erkrankungsrisiko für Kinder eines Betroffenen 50 %. Eine prädiktive Testung ist auch vor Krankheitsausbruch möglich, wirft jedoch ethische Fragen auf: Es gibt bisher keine kausale Therapie. Eine genetische Beratung vor und nach dem Test ist gesetzlich vorgeschrieben.
Bisher nur symptomatisch: Tetrabenazin gegen unwillkürliche Bewegungen, Antidepressiva, Antipsychotika. Aktuelle Forschung versucht, das mutierte HTT-Allel mit Antisense-Oligonukleotiden, RNA-Interferenz oder CRISPR/Cas9 stillzulegen.
Huntington ist nicht rezessiv. Außerdem ist die Krankheit nicht heilbar – prädiktive Tests müssen ethisch sorgfältig abgewogen werden.
Zusammenfassung: Chorea Huntington = autosomal-dominante CAG-Triplettexpansion im HTT-Gen. Diagnose über PCR und Wiederholungszahl. Symptomatische Therapie.
Abitur-Tipp: Verknüpfe Huntington mit Stammbaumanalyse (autosomal-dominant: Generation für Generation, beide Geschlechter) und mit Genmutation (Insertion einer Trinukleotidwiederholung).