Der Ventilebenenmechanismus beschreibt das koordinierte Öffnen und Schließen der vier Herzklappen während des Herzzyklus. Die Klappen verhindern als Ventile den Rückfluss des Blutes und sorgen für eine gerichtete Strömung.
Es gibt zwei Atrioventrikularklappen (AV-Klappen): Trikuspidalklappe (rechts, drei Segel) und Mitralklappe (links, zwei Segel). Sowie zwei Taschenklappen: Pulmonalklappe und Aortenklappe, jeweils mit drei halbmondförmigen Taschen.
Während der Anspannungsphase sind alle Klappen geschlossen und der intraventrikuläre Druck steigt. In der Austreibungsphase öffnen sich die Taschenklappen, das Blut wird in Aorta und Pulmonalarterie gepumpt. Die AV-Klappen bleiben geschlossen, ihre Segel werden durch die Chordae tendineae und Papillarmuskeln stabilisiert.
In der Entspannungsphase schließen sich die Taschenklappen, der Druck in den Ventrikeln fällt unter den Vorhofdruck und die AV-Klappen öffnen sich (Füllungsphase). Das Blut strömt aus den Vorhöfen in die Kammern.
Stenose (Verengung) und Insuffizienz (Schlussunfähigkeit) sind häufige Klappenfehler. Die Aortenstenose ist der häufigste erworbene Klappenfehler beim Erwachsenen, oft kalzifizierend ab dem 70. Lebensjahr.
Abitur-Tipp: Merke: AV-Klappen schließen am Beginn der Systole (S1), Taschenklappen am Beginn der Diastole (S2).