Herztöne entstehen durch Vibrationen beim Schließen der Herzklappen und werden mit dem Stethoskop über dem Thorax auskultiert. Bei Gesunden sind zwei Töne hörbar (S1, S2).
Der erste Herzton entsteht zu Beginn der Systole durch das Schließen der AV-Klappen (Mitral- und Trikuspidalklappe). Er ist dumpf, tieffrequent und etwas länger ('lub').
Der zweite Herzton entsteht am Ende der Systole durch das Schließen der Taschenklappen (Aorten- und Pulmonalklappe). Er ist höher, kürzer und schärfer ('dub').
Die klassischen Auskultationspunkte (Erb-Punkt-System): Aortenklappe 2. ICR rechts parasternal, Pulmonalklappe 2. ICR links, Trikuspidalklappe 4. ICR rechts parasternal, Mitralklappe 5. ICR links medioklavikulär. Erb-Punkt 3. ICR links.
Ein 3. Herzton (S3) kann bei Herzinsuffizienz auftreten ('Galopprhythmus'), ein 4. Herzton (S4) bei Hypertrophie. Herzgeräusche entstehen durch turbulente Strömung bei Klappenfehlern (Stenose oder Insuffizienz).
Abitur-Tipp: Eselsbrücke für die Auskultation: 'Anton Pulli, Trag's Mit' — Aorta, Pulmonal, Trikuspidal, Mitral.