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Der Hämatokrit und die Blutzellen

Blut als Gewebe

Das Blut ist ein flüssiges Bindegewebe und macht etwa 7–8% der Körpermasse aus, beim Erwachsenen rund 5–6 Liter. Es besteht aus Plasma (55%) und zellulären Bestandteilen (45%): Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten.

Hämatokrit

Der Hämatokrit (Hkt) ist der Volumenanteil der Erythrozyten am Gesamtblut. Er beträgt bei Männern 42–50%, bei Frauen 37–45%. Er wird in der EDTA-Röhre nach Zentrifugation oder rechnerisch über Erythrozytenzahl und MCV bestimmt. Ein niedriger Hkt deutet auf eine Anämie hin, ein hoher auf Polyglobulie oder Exsikkose.

Erythrozyten

Mit 4,5–5,9 Mio/µl sind Erythrozyten die zahlenmäßig dominierenden Blutzellen. Sie sind kernlose, bikonkave Scheiben von ca. 7,5 µm Durchmesser. Sie enthalten Hämoglobin (Hb-Norm M: 13,5–17,5 g/dl, F: 12,0–15,5 g/dl) und transportieren Sauerstoff von der Lunge zu den Geweben. Ihre Lebensdauer beträgt etwa 120 Tage; sie werden in Milz und Leber abgebaut.

Leukozyten

Die weißen Blutkörperchen liegen normalerweise bei 4000–10000/µl. Sie unterteilen sich in Granulozyten (neutrophil, eosinophil, basophil), Lymphozyten (B-, T-, NK-Zellen) und Monozyten. Ihre Aufgabe ist die Immunabwehr. Leukozytose findet sich bei Infektionen und Entzündungen, Leukopenie bei Knochenmarkschädigung.

Thrombozyten

Blutplättchen sind kernlose Zellfragmente von 2–4 µm mit einer Anzahl von 150.000–400.000/µl. Sie sind essenziell für die primäre Hämostase (Bildung des weißen Thrombus) und tragen Rezeptoren wie GPIb und GPIIb/IIIa.

Plasma

Das Plasma besteht zu 90% aus Wasser, 7% Proteinen (Albumin, Globuline, Fibrinogen) und 3% Salzen, Nährstoffen und Hormonen. Albumin hält den kolloidosmotischen Druck aufrecht und transportiert hydrophobe Substanzen.

Abitur-Tipp: Die wichtigsten Normwerte merken: Hkt 40–50%, Erys 4,5–5,9 Mio/µl, Leus 4–10 Tsd/µl, Thrombos 150–400 Tsd/µl, Hb ca. 14 g/dl.