Kohlenstoffmonoxid (CO) ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, das bei unvollständiger Verbrennung kohlenstoffhaltiger Stoffe entsteht. Quellen sind defekte Heizungen, Autoabgase, Brände oder die Verbrennung von Holzkohlegrills in geschlossenen Räumen. Da es nicht wahrgenommen werden kann, ist die CO-Vergiftung besonders heimtückisch.
CO bindet an das zentrale Eisen des Hämoglobins mit einer etwa 200- bis 300-fach höheren Affinität als Sauerstoff. Es entsteht Carboxyhämoglobin (COHb), das keinen Sauerstoff mehr transportieren kann. Zudem verschiebt CO die O2-Bindungskurve nach links, was die Sauerstoffabgabe im Gewebe zusätzlich erschwert. Bereits bei einem CO-Anteil von 0,1 Vol% in der Atemluft kommt es nach Stunden zu lebensbedrohlichen Vergiftungen.
Die Symptome korrelieren grob mit dem COHb-Spiegel. Bei 10–20% treten Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel auf, bei 30–40% kommen Verwirrtheit, Tachykardie und Sehstörungen hinzu. Über 50% drohen Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle und Koma; über 60% ist die Vergiftung meist tödlich. Charakteristisch ist die kirschrote Hautfarbe, die jedoch klinisch häufig fehlt.
Die Pulsoxymetrie kann CO-Vergiftungen nicht zuverlässig erkennen, da sie COHb nicht von O2Hb unterscheidet. Erforderlich ist die CO-Oxymetrie mittels arterieller Blutgasanalyse mit Bestimmung des COHb-Anteils. EKG (Ischämiezeichen), Laktat und neurologische Befunde geben Hinweise auf das Ausmaß.
Erstmaßnahme ist das Entfernen aus dem Gefahrenbereich und die Gabe von 100% Sauerstoff über eine dichtsitzende Maske. Damit verkürzt sich die Halbwertszeit des COHb von etwa 5 Stunden (Raumluft) auf 60–90 Minuten. In schweren Fällen (Bewusstlosigkeit, neurologische Symptome, Schwangere) wird die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) in einer Druckkammer eingesetzt; hier sinkt die Halbwertszeit auf etwa 20 Minuten.
Abitur-Tipp: Schlüsselzahlen: CO bindet 200–300x stärker als O2 an Hb. Therapie: 100% O2, in schweren Fällen HBO. Pulsoxymeter ist unbrauchbar – CO-Oxymetrie ist Pflicht.