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Krankheitserreger

Definition

Als Krankheitserreger (Pathogene) bezeichnet man Mikroorganismen oder Substanzen, die in einem Wirt eine Infektion und Erkrankung auslösen können. Ihre Pathogenität beschreibt die Fähigkeit, überhaupt Krankheit zu verursachen, ihre Virulenz die Stärke dieser Krankmachung. Man unterscheidet fünf große Gruppen.

Bakterien

Bakterien sind einzellige Prokaryoten ohne Zellkern, mit einer Größe von 0,5–5 µm. Sie besitzen eine Zellwand aus Peptidoglykan und werden nach Gramfärbung in grampositiv (dicke Mureinschicht, blau) und gramnegativ (dünn, mit äußerer Membran und LPS, rot) eingeteilt. Bakterien können Toxine bilden (Endotoxine im LPS, Exotoxine wie Botulinumtoxin) und werden mit Antibiotika behandelt.

Viren

Viren sind keine Lebewesen im engeren Sinne, sondern infektiöse Partikel aus Nukleinsäure (DNA oder RNA) und Proteinkapsel (Kapsid), oft umhüllt von einer Lipidmembran. Sie sind 20–300 nm groß und vermehren sich obligat intrazellulär, indem sie den Stoffwechsel der Wirtszelle nutzen. Behandlung: antivirale Medikamente oder Impfstoffe.

Pilze

Pilze (Fungi) sind eukaryontische Mikroorganismen, die als Einzeller (Hefen) oder Fäden (Schimmelpilze) auftreten. Bei Immungesunden sind sie meist harmlos, bei Immunsupprimierten können sie schwere systemische Mykosen verursachen (Candida, Aspergillus). Therapie: Antimykotika (Azole, Echinocandine, Polyene).

Parasiten

Zu den Parasiten zählen Protozoen (z. B. Plasmodium beim Malaria, Toxoplasma) und Helminthen (Bandwürmer, Spulwürmer, Fadenwürmer). Sie infizieren etwa ein Drittel der Menschheit und sind global eine der wichtigsten Infektionsursachen.

Prionen

Prionen sind fehlgefaltete Proteine, die andere Proteine in dieselbe Fehlform umwandeln können. Sie verursachen spongiforme Enzephalopathien wie BSE und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Sie enthalten keine Nukleinsäure.

Abitur-Tipp: Merke die fünf Gruppen: Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten, Prionen. Jede benötigt eigene Diagnostik und Therapie.