Das Immunsystem schützt den Organismus vor Krankheitserregern, beseitigt entartete und gealterte Zellen und vermittelt Toleranz gegenüber harmlosen Antigenen. Es ist ein komplexes Netzwerk aus Organen, Zellen und Molekülen, das über den ganzen Körper verteilt ist und mit dem Blut- und Lymphsystem kommuniziert.
Das angeborene Immunsystem (Innate Immunity) ist die erste Verteidigungslinie und reagiert sofort, aber unspezifisch. Zu seinen Komponenten zählen physikalische Barrieren (Haut, Schleimhäute, Magensäure), zelluläre Komponenten (Granulozyten, Makrophagen, NK-Zellen, dendritische Zellen) und humorale Komponenten (Komplementsystem, Lysozym, Defensine, Akute-Phase-Proteine). Es erkennt konservierte Erregermuster (PAMPs) über Toll-like-Rezeptoren (TLR).
Das adaptive Immunsystem reagiert verzögert (5–10 Tage), dafür hochspezifisch und mit Gedächtnisbildung. Es besteht aus B-Lymphozyten (humorale Antwort mit Antikörpern) und T-Lymphozyten (zelluläre Antwort). Der zentrale Prozess ist die klonale Selektion: Trifft ein Antigen auf den passenden Lymphozyten, wird dieser aktiviert und vermehrt.
Beide Systeme greifen eng ineinander. Dendritische Zellen nehmen Antigene im Gewebe auf, wandern in die Lymphknoten und präsentieren sie über MHC den T-Zellen – das ist die Brücke zwischen angeborener und adaptiver Antwort. Zytokine koordinieren die Reaktion, Antikörper wiederum opsonieren Erreger für die Phagozytose und aktivieren Komplement.
Nach erstem Antigenkontakt entstehen Gedächtniszellen, die einen Zweitkontakt deutlich schneller und effizienter beantworten. Dieses Prinzip ist die Grundlage der aktiven Impfung.
Abitur-Tipp: Zwei Säulen: angeboren (schnell, unspezifisch) und adaptiv (spät, spezifisch, mit Gedächtnis). Die Brücke bilden dendritische Zellen als Antigenpräsentierer.