Die Kommunikation der Zellen des Immunsystems erfolgt über lösliche Botenstoffe, die als Zytokine zusammengefasst werden. Sie wirken meist parakrin oder autokrin in extrem niedriger Konzentration (Picomol-Bereich) und binden an spezifische Membranrezeptoren der Zielzelle, die intrazelluläre Signalkaskaden auslösen (vor allem den JAK-STAT-Weg).
Interleukine (IL) sind Zytokine, die zwischen Leukozyten kommunizieren. Es sind über 40 bekannt. Wichtige Beispiele: IL-1 und IL-6 sind proinflammatorische Akute-Phase-Aktivatoren (Fieber, CRP-Synthese in der Leber), IL-2 stimuliert die T-Zell-Proliferation, IL-4 fördert die B-Zell-Differenzierung und IgE-Produktion, IL-10 wirkt antiinflammatorisch.
Interferone (IFN) wirken antiviral und immunmodulierend. Typ-I-Interferone (IFN-α und -β) werden bei Virusinfektionen aus infizierten Zellen freigesetzt und schützen Nachbarzellen vor der viralen Replikation. IFN-γ aus Th1-Zellen aktiviert Makrophagen und ist zentral für die Abwehr intrazellulärer Erreger. Therapeutisch werden Interferone bei multipler Sklerose und Hepatitis eingesetzt.
TNF-α wird vor allem von Makrophagen gebildet und ist einer der zentralen Botenstoffe der Entzündung. Er aktiviert das Endothel, induziert Apoptose und Fieber. TNF-Hemmer (Infliximab, Adalimumab, Etanercept) sind heute Standardtherapie bei rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn und Psoriasis.
Chemokine sind kleine Zytokine, die einen chemotaktischen Gradienten erzeugen und Leukozyten gezielt zu Entzündungsorten lenken. Über 50 Vertreter binden an spezifische G-Protein-gekoppelte Rezeptoren. Beispiel: IL-8 (CXCL8) rekrutiert Neutrophile.
Das Komplementsystem umfasst etwa 30 Plasmaproteine, die kaskadenartig aktiviert werden und Erreger durch Opsonierung, Lyse (MAC) und Anlocken von Leukozyten bekämpfen.
Abitur-Tipp: Wichtigste Gruppen: Interleukine (IL), Interferone (IFN), TNF, Chemokine. Zentrale Akute-Phase-Botenstoffe: IL-1, IL-6, TNF-α.