Das spezifische (adaptive) Immunsystem zeichnet sich durch vier Eigenschaften aus: Spezifität (jeder Lymphozyt erkennt nur ein bestimmtes Antigen), Diversität (über 1010 verschiedene Antigenrezeptoren), immunologisches Gedächtnis und Selbst-Toleranz. Es reagiert verzögert (Tage), dafür mit hoher Präzision.
Träger der spezifischen Immunität sind B- und T-Lymphozyten. B-Zellen reifen im Knochenmark, T-Zellen im Thymus. Beide entstehen aus lymphoiden Vorläuferzellen und tragen jeweils einen einzigartigen, klonal exprimierten Antigenrezeptor (BCR bzw. TCR), der durch somatische Rekombination der V-, D- und J-Gensegmente entsteht.
Die humorale Immunität wird durch B-Zellen und ihre Lösungsprodukte, die Antikörper, vermittelt. Sie ist besonders gegen extrazelluläre Erreger und Toxine wirksam. Die zelluläre Immunität wird durch T-Zellen vermittelt: T-Helferzellen koordinieren die Antwort, zytotoxische T-Zellen töten infizierte oder entartete Zellen direkt. Sie ist besonders wichtig gegen intrazelluläre Erreger (Viren) und Tumorzellen.
Trifft ein Antigen auf den passenden Lymphozyten, wird dieser durch das Antigen aktiviert. Es folgt eine klonale Expansion: aus dem einen Klon entstehen tausende Tochterzellen, die sich zu Effektor- und Gedächtniszellen differenzieren. Dieser Prozess dauert 5–10 Tage und erklärt die Latenz der Primärantwort.
Nach Abklingen der Infektion bleiben Gedächtniszellen bestehen, die bei erneutem Antigenkontakt rasch und stark reagieren. Dieses Prinzip ist die Grundlage der aktiven Impfung.
Abitur-Tipp: Vier Merkmale: Spezifität, Diversität, Gedächtnis, Selbst-Toleranz. Zwei Arme: humoral (B/Antikörper) und zellulär (T-Zellen).