Der Ösophagus (Speiseröhre) ist ein etwa 25 cm langer, muskulöser Schlauch, der den Rachen mit dem Magen verbindet. Er verläuft durch das hintere Mediastinum und durchquert das Zwerchfell am Hiatus oesophageus in Höhe Th10.
Anatomisch existieren drei Engstellen: am Ringknorpel (oberer Ösophagussphinkter), an der Aortenkreuzung und am Zwerchfelldurchtritt. Hier bleiben verschluckte Fremdkörper bevorzugt stecken.
Der Ösophagus besitzt mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel (mechanischer Schutz). Die Tunica muscularis ist im oberen Drittel quergestreift, im mittleren gemischt und im unteren glatt.
Der Nahrungstransport erfolgt durch peristaltische Wellen: koordinierte Kontraktion der Ringmuskulatur oberhalb des Bissens und Erschlaffung darunter. Dies funktioniert auch gegen die Schwerkraft. Der Transport eines Bissens dauert etwa 5–10 Sekunden.
Der obere Ösophagussphinkter verhindert den Lufteintritt in den Verdauungstrakt. Der untere Ösophagussphinkter verhindert den Rückfluss von Magensaft. Eine Insuffizienz führt zur gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD).
Abitur-Tipp: Merke die drei Engstellen — sie sind häufig Prüfungsstoff zur klinischen Anatomie.