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Exkurs: Das periphere Nervensystem

Gliederung des PNS

Das periphere Nervensystem (PNS) umfasst alle Nervenstrukturen außerhalb von Gehirn und Rückenmark: 12 Hirnnervenpaare, 31 Spinalnervenpaare und die zugehörigen Ganglien. Funktionell wird es in das somatische und das vegetative Nervensystem geteilt. Das vegetative System gliedert sich in Sympathikus, Parasympathikus und das enterische Nervensystem.

Sympathikus

Der Sympathikus dient der Aktivierung des Organismus („fight or flight“). Seine präganglionären Neurone liegen im Seitenhorn des Rückenmarks von Th1 bis L2 (thorakolumbale Herkunft). Die Axone ziehen kurz zum paarigen Grenzstrang (Truncus sympathicus) und verschalten dort auf postganglionäre Neurone. Präganglionärer Transmitter ist Acetylcholin, postganglionärer fast immer Noradrenalin.

Wirkungen: Pupillenerweiterung, Tachykardie, Bronchodilatation, Hemmung der Verdauung, Glykogenolyse, Schweißsekretion (cholinerg).

Parasympathikus

Der Parasympathikus dient der Erholung („rest and digest“). Seine Ursprungsgebiete sind kraniosakral: Hirnnerven III (Okulomotorius), VII (Facialis), IX (Glossopharyngeus), X (Vagus) und Sakralmark S2–S4. Der N. vagus innerviert allein etwa 75% aller parasympathischen Erfolgsorgane.

Beide prä- und postganglionären Neurone setzen Acetylcholin frei. Wirkungen: Miosis, Bradykardie, Bronchokonstriktion, Förderung der Verdauung, Blasenentleerung.

Enterisches Nervensystem

Das enterische Nervensystem mit Plexus myentericus (Auerbach) und submucosus (Meissner) enthält etwa 100 Millionen Nervenzellen – mehr als das Rückenmark – und steuert weitgehend autonom Motilität und Sekretion des Darms.

Hirn- und Spinalnerven

Die 31 Spinalnerven entstehen aus Vereinigung von Vorder- und Hinterwurzel und enthalten somatische und vegetative, motorische und sensible Fasern. Sie versorgen segmental Haut (Dermatome) und Muskeln (Myotome). Die 12 Hirnnerven versorgen Kopf, Hals und teilweise Brust- und Bauchorgane (Vagus).

Abitur-Tipp: Merksatz: Sympathikus = thorakolumbal + Noradrenalin, Parasympathikus = kraniosakral + Acetylcholin. Beide wirken antagonistisch an Auge, Herz, Lunge und Darm.